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Zu Gast bei Rosamunde Pilcher

Schüler berichten von ihrer Austauschwoche im englischen Exmouth

Freitag und Samstag:

Am 6. März um 20.00 Uhr trafen sich alle 12 Schüler und die beiden Begleitlehrkräfte, Frau Fall und Herr Hüttinger, pünktlich zum Transfer nach England am A-E-G, der praktischerweise gemeinsam mit den Teilnehmern des Midhurst-Austausches stattfand.

Nachdem alle da waren und die Koffer verstaut worden sind, fuhren wir los. Mit ein paar Pausen fuhren wir über Belgien, wo ein Busfahrerwechsel stattfand, nach Calais in Frankreich, um von dort mit der Fähre nach Dover/England überzusetzen.

Drüben angekommen ging es, nachdem die berühmten Kreidefelsen von der Fähre aus bestaunt werden konnten, am Samstagmorgen weiter Richtung Westen. Sieben Mitschüler und die Begleitlehrer des Midhurst-Austausches (Frau Seefried, Herr Kögel) stiegen an unserer zweiten Partnerschule in Midhurst aus.

Auf dem Weg nach Exmouth machten wir verbliebenen 14 wir noch einen Abstecher nach Stonehenge, wo wir von einem Audio-Guide „geführt“ wurden und Wissenswertes über den wohl bekanntesten Steinkreis aus der Jungsteinzeit erfuhren.

Nach einer anschließenden dreistündigen Fahrt kamen wir schließlich in Exmouth an, wo uns spätnachmittags – nach ca. 22stündiger Fahrt – Mr und Mrs Boswell (englische Fahrtenleiter) und die jeweiligen Austauschpartner mit ihren Eltern abholten. Den Abend verbrachten wir bei unseren Gastfamilien.

Sonntag:

Der Sonntag war der erste komplette Tag nach der Ankunft in Exmouth. Dieser Tag wurde frei mit den Familien der Austauschpartner gestaltet, aber zuerst schliefen alle erst mal aus. Danach schauten sich die meisten den Strand und Exmouth an. Nachmittags machten manche gemeinsame Ausflüge zu einem Vergnügungspark. Andere Schüler schlossen sich zu einer Gruppe zusammen und schauten im Kino einen Film an. Zu dem Film Baymax ließen wir uns Popcorn und Getränke schmecken. Nach diesem amüsanten englischsprachigen Film verabschiedeten sich zwei Schüler, um mit ihren Austauschpartnern nach Hause zu gehen, die anderen gingen noch in einen Park und ließen den Tag gemütlich mit ihren Gastfamilien ausklingen. Abends gingen manche Essen, andere schauten ein Fußballspiel an oder ließen den Abend im Kreise der Familie gemütlich ausklingen.

Montag:

Auch in England mussten wir in die Schule, und das gleich am ersten Tag! Dennoch war es wirklich eine Erfahrung wert, denn ein englischer Schultag ist keineswegs mit einem deutschen zu vergleichen. Ein immenser Unterschied war auf den ersten Blick zu erkennen: die Schule von außen. Dort gibt es nicht ein zusammenhängendes Gebäude, wie wir das gewohnt sind, sondern für jedes Fach bzw. jede Richtung ein eigenes Gebäude. So besteht das Exmouth Community College aus einem Gebäude für alle Finanziellen Angelegenheiten und einem Haus für alle Kranken und Verletzten, einem Gebäude für Naturwissenschaften, einem für moderne Sprachen, für Kunst, Musik etc. und nicht zu vergessen aus einem „Latein-Bunker“. Aber auch die Klassen sind wohl kaum mit unseren zu vergleichen; es gibt nämlich nicht einmal richtige Klassen. Zwar hat man mit bestimmten Leuten zusammen ein Fach, aber nie eine ganze Klasse denselben Stundenplan. Jeder hat seinen eigenen, was daran liegt, dass die Schüler dort schon viel früher wählen dürfen. Die Klassen dort ähneln also unseren Kursen. Doch ein Unikat dieses Colleges in Exmouth ist eine schuleigene Brücke. Früher war nämlich auf der einen Straßenseite die Mädchenschule und auf der anderen die Schule für die Jungs. Später wurden dann diese miteinander verbunden, durch diese Brücke, sodass es heute ein riesiges Schulgelände ist, und zwar für etwa 2600 Schülerinnen und Schüler! Dies erfuhren wir bei einem „Meeting“ vom Schulleiter, Mr. Alexander, der sich viel Zeit für uns nahm und uns sogar beschenkte. Wir waren tief beeindruckt von seiner Gastfreundschaft!

Nach einem interessanten Vormittag in der Schule sind dann alle Deutschen gemeinsam in die Stadt zu einer Stadtrallye aufgebrochen. So kamen wir der Geschichte Exmouths und verschiedenen Persönlichkeiten, die Stadt und Region geprägt haben (z.B. Lord Nelson), auf die Spur. Nachdem wir nach einigem Hin und Her die ganzen Fragen beantwortet hatten, machten wir uns auf den Weg zur Schule zurück, wo wir unsere Austauschschüler wieder trafen. Zusammen mit diesen ging jeder individuell nach Hause und verbrachte den Abend gemütlich mit der eigenen Gastfamilie.

Dienstag:

Am Dienstag sind wir bei schönem Wetter in Dartmouth gewesen. Dorthin sind wir von Paignton aus mit dem historischen „Steam Train“ gefahren und wurden dort von einem Tourguide durch die Altstadt geführt, welche sehr interessant und schön ist. Hier wurden sogar einige Rosamunde Pilcher –Filme gedreht. Leider nicht zu dem Zeitpunkt, als wir da waren, sonst hätten wir uns gerne als Statisten zur Verfügung gestellt.

Nach der Stadtführung haben wir im „Rock Fish“, das vor einigen Jahren zum besten Fish and Chips Restaurant Großbritanniens gewählt worden ist, das typisch englische Gericht „Fish and Chips“ gegessen. Anschließend sind wir in das Historische Museum der Stadt gegangen, wo wir Modelle alter Schiffe und andere Dinge, die uns die Stadtgeschichte näherbrachten, bestaunen konnten. Zum Schluss hatten wir noch etwas Zeit zur freien Verfügung, die man unterschiedlich nutzte, um anschließend wieder mit dem „Steam Train“ zurück nach Paignton und von dort nach Exmouth zu gelangen, wo wir den Abend dann in den Familien verbrachten.

Mittwoch:

Am Mittwoch, den 11.März, fuhren wir mit dem Bus nach Cornwall, der südwestlichsten Grafschaft Englands. Erst besuchten wir bei regnerischem Wetter die historische Kleinstadt Looe an der cornischen Südküste – bekannt für ihren historischen Fischerhafen. Dort hatten wir erst eine Stunde Freizeit, um uns selbstständig die Stadt anzusehen, um Souvenirs zu kaufen bzw. „Cornish Pasty“ oder „Cream Tea“ (!) zu testen. Dabei machten wir wirklich interessante Erfahrungen gemäß des Prinzips „Learning by doing“.

Danach fuhren wir in die Stadt Padstow an der Nordküste Cornwalls und besuchten zunächst das National Lobster Hatchery Museum. Dort konnten wir sehen, wie die Lobster (Hummer) Eier legten und aufwuchsen. Nach einer Stunde Freizeit in der historischen Stadt fuhren wir mit dem Bus vorbei an Tintagel (angebliche Burg von King Arthur) nach Exmouth, wo wir abends ankamen und unseren Gastfamilien von unseren Erlebnissen erzählen konnten.

Donnerstag:

Donnerstag war dann der einzige Tag, an dem die englischen Austauschschüler uns auf einen Ausflug begleiteten. Geplant war zuerst eine Wanderung im Dartmoor, einem Moor, westlich von Exmouth gelegen. Die fiel dann allerdings aufgrund von extremem Nebel sprichwörtlich ins Wasser. Stattdessen besuchten wir Widecombe-in-the-Moor, ein kleines im Moor gelegenes Dorf, das trotz seiner geringen Größe mit einem Souvenirladen aufwartete. Danach ging es weiter ins „House of Marbles“, einer für die Öffentlichkeit geöffneten Glasfabrik, die sich aufs Herstellen von Murmeln spezialisiert hat. Nach einer freien Besichtigung und dem obligatorischen Besuch des Souvenirladens (aus dem die halbe Besichtigungsfläche bestand) fuhren wir weiter zur Buckfast Abbey, einer alten Benediktinerabtei. Es war auch der letzte Ort, den wir an diesem Tag besuchten, und angesichts der späten Ankunft zurück blieb nicht mehr viel Zeit, an diesem Tag noch etwas zu unternehmen.

Freitag:

An unserem letzten ganzen Tag in Südwestengland haben wir die Stadt Exeter besucht. Unser Besuch startete mit einer Stadtführung vor der großen St. Peter Kathedrale. Wir lernten viel über diese alte Römersstadt („Isca“), die seit dieser Zeit das Verwaltungszentrum Devons bildet. Die mittelalterliche Kathedrale hat eine beeindruckende Fassade, die mit vielen Statuen und Verzierungen versehen ist. Danach ging es weiter zu der Stadtmauer, die größtenteils aus Lavasteinen besteht, und zu der Guildhall, dem ältesten öffentlichen Gebäude in ganz Exeter.

Das Interessanteste für uns war wohl eine sehr kleine und unscheinbare Gasse, die laut der Referentin die Inspiration der Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling für die Winkelgasse war. Zum Abschluss der Tour gingen wir durch die Parliament Street, die bis 2007 als die schmälste Straße der Welt galt. Wir haben durchgepasst!

Trotz des schlechten Wetters haben wir die eineinhalb Stunden Stadtführung tapfer durchgestanden, hatten dabei viel gelernt und wurden verdientermaßen mit einer sehr langen Freizeit belohnt. In dieser Zeit konnten wir die Stadt für uns selber entdecken: Wir konnten uns in kleine Cafés setzen und einen englischen „Cream Tea“ probieren, bekannte Wahrzeichen anschauen oder Souvenirs oder Kleidung in den zahlreichen Läden kaufen. Danach ging es wieder mit dem Zug nach Exmouth zurück. Den Abschiedsabend haben wir mit unserer Gastfamilie gestaltet und mussten leider auch schon wieder unsere Koffer packen.

Am Samstagmorgen verließen wir Exmouth Richtung Osten. Mittags nahmen wir das Midhurst-Team auf, um abends mit der Fähre nach Frankreich überzusetzen. Am Sonntagmorgen um 7.00 Uhr konnten uns unsere Eltern und Geschwister in Oettingen wieder in die Arme nehmen. Die Austauschwoche war vorbei – und wir haben sehr viel sprachlich und kulturell mitgenommen!

Die 12 Teilnehmer am Exmouth-Austausch

PS: Vom 21. bis 28. März besuchten uns unsere Partner aus Exmouth. Wir hatten eine tolle Woche, wo wir ihnen viele Eindrücke vom bayerischen Schulsystem und von unserem Schulkonzept bieten konnten. Auch kulturell konnten sie viel lernen, waren sie doch unterwegs in Nördlingen, Nürnberg und Augsburg. Neben diesem sinnvollen „Pflichtprogramm“ genossen sie natürlich ihre Freizeit in den Familien, wo sie aus erster Hand viel über die „schwäbische“ bzw. „fränkische“ Mentalität und Lebensweise erfahren konnten. J

Der 3. Schüleraustasuch mit Exmouth – da sind sich alle einig – war wieder ein voller Erfolg. Dafür möchten wir uns speziell bei Mr und Mrs Boswell sowie bei Mr Alexander, dem Schulleiter in Exmouth, bedanken, ohne die vieles gar nicht möglich gewesen wäre.

Bilder...