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Zehn Wochen in der Regenbogennation

Lena Kipfmüller (10a) berichtet über ihren individuellen Auslands-aufenthalt in Südafrika

 

Nachdem meine Freundin Alina, die ebenfalls in meine Klasse geht, und ich uns für den 10-wöchigen, vom BJR (Bayerischer Jugendring) organisierten Schüleraustausch mit Südafrika beworben hatten und tatsächlich angenommen worden waren, freuten wir uns Ende Juli 2016 riesig, als wir dann endlich mit 8 anderen Schülern und Schülerinnen aus ganz Bayern und einer Betreuerin nach Südafrika fliegen durften.

Nach einem zehnstündigen Flug von München kamen wir in Johannesburg an, von wo aus wir nochmal fast drei Stunden weiter nach Kapstadt geflogen sind. Wir waren alle total gespannt auf unsere Gastfamilien und auch ein bisschen besorgt, wie es wohl sein wird, zehn Wochen in einer fremden Familie zu wohnen, doch diese Sorgen waren unbegründet. Unsere Gastfamilien (meine bestand aus meiner Gastmutter, meiner Austauschschülerin Kristina und ihren beiden kleinen Schwestern, die 6 und 8 Jahre alt sind) holten uns vom Flughafen ab und ich fühlte mich von Anfang an wohl!

Meine Gastfamilie hatte eine Wohnung im Stadtteil "Sea Point" direkt in Kapstadt, nur fünf Häuser vom Meer und der berühmten Promenade entfernt, von wo aus wir jeden Tag eine halbe Stunde mit dem Auto zur Schule fuhren. Auch ich musste Schuluniform tragen, die aus einem Poloshirt und falls nötig einem Schulpulli bzw. einer Schuljacke bestand, dazu eine blaue Jeans.  Das war total ungewohnt, doch sonst unterschied sich die Schule nicht großartig von normalen deutschen Schulen, da ich die "Deutsche Schule Kapstadt" besuchte. Die Schüler hatten also auch Deutschunterricht, die gleichen Fächer wie wir in Deutschland (zusätzlich noch die Sprachen Afrikaans oder Xhosa, doch ich war im Französischkurs wie auch in Deutschland) und nahmen in der Schule denselben Stoff (nur um ein Jahr zurückversetzt) durch, weshalb die Schule für mich kein Problem war. Ich lebte mich schnell in der neuen Schule ein, fand neue Freunde und sah außerdem jeden Tag Alina und zwei der anderen deutschen Austauschschüler, die zufällig auch auf die Deutsche Schule gingen.

Nach der Schule, die jeden Tag um 14:30 Uhr endete, bin ich zwei Mal wöchentlich mit meiner Austauschschülerin ins Ballett gegangen, einmal in der Woche in die Basketball-AG der Schule.

An den Wochenenden haben wir uns entweder mit Freunden getroffen oder Ausflüge mit der ganzen Familie gemacht. So haben wir zum Beispiel einen Strandausritt gemacht, Kamele geritten, den "Tafelberg" und den "Lion's Head" bestiegen, die berühmte Waterfront, Nationalparks, eine Weinfarm und Robben Island (die Gefängnisinsel, auf der auch Nelson Mandela als Gefangener einsaß) besichtigt und noch vieles mehr. Natürlich sind wir bei gutem Wetter zum Strand gefahren, allerdings konnten wir nur einmal im Wasser schwimmen, da es während meines Aufenthalts Winter bzw. Frühling war mit durchschnittlich 18 Grad. An guten Tagen hatte es dort auch manchmal bis zu 27 Grad, an schlechten allerdings nur 10.

Südafrika, das auch liebevoll "Regenbogennation" genannt wird, da dort Menschen aller Hautfarben leben, ist ein sehr interessantes Land: Die Landschaft ist wunderschön mit den Bergen, dem Meer, der Flora (- gerade im Frühling blühen dort viele Pflanzen in den verschiedensten Farben) und Fauna (es ist ganz normal, dass "Baboons", eine Affenart, über die Straße rennen oder bei einem Picknick das Essen klauen). Auch über die Geschichte (Apartheid, Rassentrennung,..) habe ich sehr viel gelernt und man spürt die Auswirkungen heute, 20 Jahre danach, leider immer noch sehr stark: Es gibt viele Obdachlose und Slums, die in Kapstadt "Townships" genannt werden. Doch die Menschen dort sind viel offener und freundlicher, als ich es von Europa kenne.

Ich bin so froh, dass ich diese unvergessliche Zeit erleben und so viele Erfahrungen machen durfte und möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Hüttinger bedanken, der mir das alles ermöglicht hat. Ich würde liebend gerne wieder einmal nach Südafrika zurückkehren,  freue mich schon auf den Gegenbesuch meiner Austauschschülerin im Mai 2017 und kann jedem, der sich überlegt, auch einen Austausch zu machen, dies nur empfehlen.

Lena Kipfmüller, 10a