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Wo das Auge der Fertigungsgeschwindigkeit nicht mehr folgen kann

Am 27.11.2014 besuchten wir, der Wirtschaft/Recht-Kurs Q11 des Albrecht-Ernst-Gymnasiums Oettingen zusammen mit Kursleiter Herbert Neuhaus das Valeo Schalter und Sensoren GmbH Werk in Wemding. Hierbei erhielten wir einen Einblick in ein sehr interessantes und erfolgreiches Unternehmen.

Vor Ort wurden wir sehr herzlich von Herrn Reinhold Berber und Herrn Daniel Töpfer begrüßt. Zu Beginn verschafften sie uns anhand einer Präsentation einen Überblick über die Produkte, die in dem Unternehmen produziert werden. Beispiele dafür sind Schalter, Kameras, Radar- und Infrarotsysteme, welche heutzutage in fast allen neuen Autos verbaut sind. Diese Assistenz-Systeme schützen den Fahrer beim Sekundenschlaf, bei drohenden Kollisionen oder bei zu geringen  Abständen, sie helfen die Spur beizubehalten. Kameras am vorderen Kotflügel aber ermöglichen zum Beispiel auch ein sichereres Herausfahren aus unübersichtlichen Parklücken oder Ausfahrten. Nach der halbstündigen Begrüßung und Vorstellung ging es dann in die Fertigung, doch zuvor musste sich jeder Kursteilnehmer erst einmal erden, um jegliche elektrostatische  Aufladung am Körper zu vermeiden, gegen die die Elektronikteile sehr empfindlich sind. Als  jeder das „grüne Licht“ am Eingang zur Produktionshalle bekommen hatte, ging es mit der Führung los.

In zwei Gruppen aufgeteilt wurden uns die einzelnen Produktionslinien für den Lenkstockschalter  (das komplexe Teil "zwischen Lenkrad und Armaturenbrett") gezeigt. Während des Rundgangs konnten wir auf sehr viele theoretische Grundlagen des Wirtschafts-Kurses Bezug nehmen und uns wurde deutlich, dass die Kontrolle von jedem produzierten Teil sehr bedeutsam ist, um einerseits möglichst hochwertige Produkte herzustellen und andererseits die anfallenden (variablen) Kosten bei Beseitigung von Fehlern, möglichst gering zu halten. Des Weiteren wurden wir noch auf sehr viel mehr Vorkehrungen aufmerksam gemacht, die wichtig sind, um die Produktionsleistung zu verbessern. Beispiele dafür wären die Haarnetzpflicht (ein Haar im Lenkstockschalter kann einen PKW zum Werkstattaufenthalt zwingen!) oder das Umrüsten von Rollwagen, um die Roboter schneller bestücken zu können. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Operatoren dicht beieinander stehen, damit die Arbeitskräfte an den einzelnen Maschinen auch mit einer Person weniger ohne großes Streckenpensum gemeistert werden kann. Sehr beeindrucken war auch, wie schnell die Maschinen heutzutage mit höchster Geschwindigkeit innerhalb kürzester Zeit zehntausende von Stücke in höchster Präzision produzieren (automatisierte Massenproduktion).

Nachdem die Stunde in der Fertigung sehr schnell vorüberging, sind wir wieder zurück in den Präsentationsraum gegangen, wo uns ein kleiner Imbiss erwartete. Gestärkt ging es dann mit einer kurzen Berufsinformation weiter, bei der das Duale Studium für uns von größtem Interesse war. Anschließend sprachen wir über die Fixkostendegression, bei der schon die kleinsten Einsparungen im  μ Bereich ("mü") eine spürbare Wirkung auf die Fixkostenkurve haben. Es ging einfach darum, um wie viele Millimeter die Pins eines Steckers gekürzt und die Dicke der Goldauflage vermindert werden können, um immer noch einen sicheren Kontakt zum Lenkstockschalter zu gewährleisten. (geringerer Einsatz des teuren Rohstoffs Gold). Vielen Schülern wurde erst jetzt klar, wo und an wie vielen Stellen in einer Massenfertigung noch Kosten eingespart werden können. Wir hätten gerne noch mehr darüber erfahren, doch leider war unsere Zeit begrenzt, da wir um 12:50 Uhr wieder zurück am Gymnasium sein mussten.

Schlussendlich können wir sagen, dass es uns sehr gut gefallen hat und ein solche Betriebserkundigung gerne öfters wiederholt werden kann. Der Wirtschaft/Recht-Kurs der Q11 bedankt sich bei dem Unternehmen und besonders bei den beiden Herrn für den freundlichen Empfang und die sehr fundierten Informationen, die uns geholfen haben, den im Unterricht behandelten Stoff besser einzuordnen und zu sehen, wie er in der Praxis angewandt wird.

Louisa Hahn/Felix Friedel