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Wenn die Zeit wie im Flug vergeht

Die fünfte Jahrgangsstufe begab sich während ihrer Projektwoche auf eine Reise durch die Zeit

 

Fünf volle Schultage, also insgesamt 30 Schulstunden, 1.350 Minuten oder 81.000 Sekunden mit nur einem Thema beschäftigen? Zunächst unvorstellbar für unsere Fünftklässler! Dass die Zeit während der Arbeit an einem Projekt aber wie im Flug vergehen kann, das merkten die Schülerinnen und Schüler der fünften Jahrgangsstufe recht schnell selbst.

Als Zeitreisende durch die Zukunft, Vergangenheit oder Gegenwart wurde das gewählte Oberthema „Zeit“ während der diesjährigen Projektwoche aus allen Blickwinkeln beleuchtet. In insgesamt 25 Teams recherchierten die Schülerinnen und Schüler zu zehn verschiedenen Unterthemen, sie diskutierten, einigten sich, notierten, verwarfen, begannen von Neuem, bereiteten Plakate vor, bauten Modelle, entwarfen Präsentationen auf dem Laptop oder einem iPad, probten Theaterstücke und ihre Präsentationen. Schließlich sollten bis zum Ende der Projektwoche interessante Ergebnisse auf die Beine gestellt werden, mit denen man zunächst die Mitschüler, an einem Elternabend aber auch Mama und Papa, Oma, Opa, Geschwister und Freunde beeindrucken konnte.

Bereits im Eingangsbereich vor der Lernlandschaft der 5. Klassen konnte sich das wissbegierige Publikum von der Kreativität der Schüler überzeugen: Fast 40 Kinder der Themengruppe „Reise durch die Erdzeitalter“ hatten neben ihren Präsentationen über Urknall, Evolution der Lebewesen oder Bewegung der Kontinente gemeinsam eine Erdzeitalterwand gestaltet, die anschaulich und kindgerecht die Entwicklung unserer Erde vom Präkambrium bis in die Erdneuzeit darstellt. Passend dazu gingen zwei Teams der Natur- und  Technik-Gruppe den Fragen nach, wann die Dinosaurier lebten, wie sie sich ernährten und warum sie schließlich ausstarben. Gleich gegenüber der Erdzeitalterwand sorgte ein riesiges Kunstwerk aus der Steinzeit, das Kinder der Projektgruppe „Zeit in der Kunst“ gestaltet hatten, für Aufsehen. Über die Höhlenmalereien in Braun- und Rottönen erfuhren die Zuhörer beispielsweise, dass die ältesten Kunstwerke bis zu 30.000 Jahre alt sind und vermutlich mit Kulten und Riten zusammenhingen. Was Dichter und Musiker über die Zeit schreiben, untersuchte eine weitere Projektgruppe. Hier analysierten die Mädchen und Jungen verschiedene Gedichte und Lieder um herauszufinden, was Dichter und Sänger unter Zeit verstehen. Anschließend schrieben sie gemeinsam eigene Texte, in denen sie ihre Sichtweise zum Thema Zeit darstellten.

Eigentlich leben wir überhaupt nicht im Jahr 2016, sondern in einem der Jahre 2020 bis 2023! Warum das so ist, erforschte eine Gruppe, die sich mit der christlichen Zeitrechnung beschäftigte. Sie entdeckte, dass Jesus im Zeitraum 4 – 7 v.Chr. geboren sein muss. Noch eine Kuriosität konnte die Gruppe durch einen Besuch im Heimatmuseum aufklären: Warum in Oettingen früher zweimal Weihnachten gefeiert wurde. Dass und warum im Judentum und Islam eine ganz andere Zeitrechnung gebräuchlich ist, warum der Ramadan durch das ganze Jahr „wandert“, waren einige Fragen, auf die eine weitere „Religionsgruppe“ Antworten fand. Von den Anfängen der christlichen Zeitrechnung ausgehend wagte eine dritte Gruppe sogar den „Blick in die Ewigkeit“, indem sie Berichte von Nahtoterfahrungen sammelte und Gemeinsamkeiten auswertete.

Als „time traveller“ durch Stone Age, Roman Times, Middle Ages, Age of Discovery und Future bewegte sich die Großbritannien-Gruppe durch dessen Geschichte. Dass vor 10.000 die größte Insel Europas noch gar keine war und man zu Fuß vom europäischen Festland nach Großbritannien „laufen“ konnte, ist kein Witz, wie die Schülerinnen und Schüler schnell herausfanden. Wer sich hingegen für die Geheimnisse des Usain interessierte und wissen wollte, wie man seine persönlichen Bestzeiten im Sport noch verbessern kann oder mehr über Doping erfahren möchte, der war in der Projektgruppe „Schnell wie der Blitz“ gut aufgehoben. Weniger sportlich, sondern eher musikalisch ging es beim Thema „Das Klavier im Wandel der Zeit“ zu, wo die Schülerinnen nicht nur allerlei Wissenswertes über die Entstehung des Klaviers in Erfahrung brachten. Selbstverständlich wurde auch fleißig „in die Tasten gehauen“. Um die Freizeitgestaltung ging es auch einer weiteren Projektgruppe. Ob man wirklich auch ohne Smartphone, Computer und Fernsehen Spaß haben kann oder sich im alten Rom nur langweilte, wenn man frei hatte, das fragte sich die Gruppe „Zeitvertreib im alten Rom“. Hier wurden nicht nur eigene Spiele wie zur Zeit der alten Römer gebastelt und ausgetestet, sondern auch ein Theaterstück geschrieben, geprobt und schließlich aufgeführt. Gar nicht langweilig – ganz im Gegenteil!

Passend zum diesjährigen Motto der Projektwoche nahmen sich so viele Eltern und Angehörige am Präsentationsabend Zeit, dass die Aula bis auf den allerletzten (Steh-)Platz gefüllt war und die Schülerinnen und Schüler ganz überwältigt waren. Nach einer musikalischen Einstimmung durch die Streicherklasse übernahmen Maria Kart und Leon Rehne aus der Klasse 5a das Mikro und erläuterten charmant, witzig und redegewandt den Ablauf des Abends. Wer vom Zeitreisen und Zuhören hungrig oder durstig wurde, konnte sich auch an diesem Abend am Verkaufsstand der SMV mit Getränken, Kuchen und Schnittchen stärken. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die Kuchen mitgebracht haben sowie an die SMV und die beiden Verbindungslehrer, Herrn Vogel und Frau Blößl, die viel Zeit an solchen Abenden investieren sowie an Frau Lutter, die durch ihre perfekte Planung und Koordination die Basis für den Erfolg der Projektwoche legte.

Am Ende einer arbeitsintensiven Woche, in der sich die Kinder nicht nur eine Menge Wissen angeeignet haben, sondern auch Fertigkeiten wie Team-, Kommunikations-, Recherche- und Präsentationsfähigkeit weiter ausgebaut haben, und nach den beiden Präsentationsdurchläufen waren sich alle einig: Diese Art von "Unterricht" verging nicht nur wie im Flug, sondern alle haben viel dazugelernt!

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