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Was hat eigentlich Kalk mit Zucker zu tun?

Der Personalausflug führte das Kollegium nach Rain am Lech

 

Es ist Freitag der 11.10.2013. Um 12.05 Uhr geschieht Seltsames am Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen. Die Klassenzimmertüren öffnen sich und Horden von Schüler sammeln sich im Schulhaus oder verlassen das Schulgebäude. Feueralarm? Dieser Verdacht liegt nahe, doch es ist weitaus harmloser. Der Lehrerausflug steht an und eine interessierte Lehrerschar macht sich auf zur Bushaltestelle, um von dort in Richtung Rain am Lech, dem diesjährigen Ausflugsziel, aufzubrechen. Im geräumigen Bus werden die Teilnehmer mit köstlichem Obst und Gemüse versorgt und man fühlt sich als junger Kollege, der das erste Mal an einem Lehrerausflug teilnimmt, in die Zeit der eigenen Schulausflüge zurückversetzt. Die Busfahrt führte uns durch das beschauliche Ries über Donauwörth nach Rain am Lech. Zu Beginn stand ein Besuch beim größten Gartenbauversender Deutschlands an. Im dortigen Restaurant kehrten wir zum Mittagessen ein, um gestärkt das Areal der riesigen Gartenanlage zu erkunden. Während einige Kollegen sich eher auf die Blumenvielfalt konzentrierten und an den noch vorhandenen Blüten und bunten Herbstfarben erfreuten, lenkten andere ihren Fokus auf die Gartenarchitektur. Die liebevoll gepflegten Mustergärten sorgten für Inspiration für den heimischen Garten. Andere Kollegen lenkten ihren Blick eher auf die noch in den Bäumen verbleibenden Obstbestände und versuchten diese einer optischen und geschmacklichen Prüfung zu unterwerfen. Die sportliche Herausforderung wurde in Kooperation locker gestemmt und der Lohn war schnell verzehrt. Der Besuch in der Zooabteilung lieferte einen umfassenden Einblick in die Tierwelt der Vögel, Reptilien und Fische. Um 16 Uhr sammelte sich die wissbegierige Truppe, um sich auf einen kleinen Fußmarsch in Richtung eines großen süddeutschen Zuckerherstellers zu begeben. Dort empfingen uns Herr Ebert und Ausbildungsleiter Bernhard Höger, um uns auf eine Reise in die Zuckerfabrikation mitzunehmen. Einem kurzen theoretischen Abriss über die Zuckerproduktion folgte eine ausführliche und sehr informative Führung durch die Produktionsanlage. Bevor die Werksführung startete, wurden zahlreiche Fragen beantwortet, die auch für unsere Abiturienten interessant sein könnten. Neben Ausbildungsberufen besteht die Möglichkeit, ein duales Studium im technischen, aber auch im wirtschaftlichen Bereich zu absolvieren. Während der Besichtigung wurden einem die Dimensionen und der Aufwand  der Zuckerherstellung deutlich. In einer Kampagne von rund 123 Tagen werden ca. zwölf Millionen Kilogramm Zuckerrüben weiterverarbeitet. Nach der Anlieferung, Reinigung und Zerkleinerung beginnt der eigentliche Herstellungsprozess. Über verschiedene Stationen wird mithilfe von Pressung, Erwärmung und Zentrifugierung den Rüben der begehrte Zuckersaft entrissen. Bei der Veredlung werden Kalk und Kohlensäure als Filterpartikel eingesetzt, um später den reinweißen Zucker zu erhalten. Am Ende der Führung wurden wir nicht von süßen Speisen, sondern von einer deftigen Jause erwartet, die die Werksführung abrundete. Als Abschiedsgeschenk erhielt jeder Kollege eine Überraschungstüte, in der sich  dann doch etwas Zucker in Form von Sternzeichenzuckerwürfeln befand. So gestärkt konnte die Heimfahrt angetreten werden. Noch ehe der Parkplatz der Fabrik verlassen wurde, lagen die Schafkopfkarten auf dem Tisch und eine heitere Kartelrunde nahm ihren Lauf. Also doch wie früher auf Klassenfahrt!

Johannes Vogel

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