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Was haben Dinner for One, die Maus Frederik und die Wörnitz gemeinsam?

Projektwoche der 6. Klassen – Lernen im Team und mit Freude

Dass „Lernen“ ein weitgefasster Begriff ist, dass es dabei nicht nur um Fakten, sondern um mehr geht, haben über 100 Schüler der 6. Jahrgangstufe während einer Projektwoche zum Themenbereich „Lebensräume“  erfahren können. Die Schüler „wissen“ jetzt mehr, jeder vor allem zu dem von ihm bearbeiteten Unterthema. Sie haben aber auch am eigenen Leib erlebt, dass auch wichtige Kompetenzen wie Recherchefähigkeit, Problemlösungskompetenz, Teamfähigkeit, Präsentationskompetenz und Kommunikationsfähigkeit unabdingbar für den Erfolg einer Projektarbeit sind, wenn man als Team etwas selbständig erarbeiten und den Mitschülern spannend vorstellen  möchte! Außerdem hat das Lernen an selbst ausgesuchten Unterthemen in kleinen Teams und mit Lehrern, die nichts vorgeben, sondern da unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird, auch eine Menge Spaß gemacht!

Für die 6. Klassen gab es innerhalb der Rahmenvorgabe „Lebensräume“ drei Unterthemen, innerhalb derer sich die Schüler mit eigenen Ideen einbringen konnten. Die Klassen 6b und 6e beschäftigten sich mit dem „Lebensraum England“, die  Klassen 6a und 6d mit der musikalischen Umsetzung des Kinderbuch-Klassiker über die Maus Frederik, die Klasse 6e mit dem Lebensraum „Wasser“.

Hier nun einige Ausführungen zum Themenbereich „Lebensraum England“:

Die Bandbreite der Themen und die Variation in der Präsentation der Ergebnisse war groß: eine Gruppe Schüler drehte einen Film in englischer und lateinischer Sprache, der den Zuschauer auf den Spuren eines römischen Touristen in England vor ca. 2000 Jahren wandeln ließ. Eine andere Gruppe präsentierte gekonnt und auf humorige Art und Weise typisch englische Sportarten wie Baumstammweitwurf oder Rugby. Die Präsentation mit Hilfe von Powerpoint wurde abgerundet durch einen Film, in dem sich die Macher selbst im Bäumeweitwerfen versuchten. Eine dritte Gruppe schaffte es durch die lebendige Art der Darbietung, wissenswerte Fakten über Englands Geographie und Geschichte „rüberzubringen“. Dann war Zeit für einen Klassiker: die berühmte Szene „Dinner for One“, die jedes Jahr an Silvester im Fernsehen läuft, wurde gekonnt umgeschrieben, einstudiert, gefilmt und in der Aula präsentiert. Verblüffend echte Nachbauten der Tower Bridge sowie der Houses of Parliament flankierten dann Informationen zu wichtigen englischen Bauwerken. Die „Modellgruppe“ hat sich auch noch Fragen über England für ein Spiel mit dem Titel „Mein Lehrer kann ...“ ausgedacht. Unter dem Beifall der Zuschauer kämpften die Kollegen, unter anderem auch Herr Weixelbaum an seinem letzten Arbeitstag am A-E-G, um den Sieg! Dann hieß es wieder „Film ab“:  In kurzen selbstgedrehten Szenen wurden historische Persönlichkeiten wie Robin Hood, Shakespeare oder Henry VIII lebendig! Wie ein Mitglied der königlichen Familie seinen Tag verbringt wurde ebenfalls in einem sehr humorvollen Kurzfilm vorgeführt und durch fundierte Informationen verdeutlicht. Eine Gruppe traf sich zu Hause und kochte typische englische Gerichte nach – wir konnten daran teilhaben, weil auch darüber ein Film gedreht wurde, in dem man ganze Familien englisches Essen versuchen sah. Ob alle ohne Bauchschmerzen davon kamen? Jedenfalls erfuhren wir im Anschluss an den Film, was Engländer so essen und dass das ganz schön unterschiedlich zu unserem Geschmack ist. Abgerundet wurde das Ganze dann noch durch einen Ausflug in eher skurrile Bereiche: in kurzen Einspielern illustrierte eine Gruppe Dinge, die „typisch Englisch“ sind, wie zum Beispiel auf der linken Seite fahren oder in Schlangen anstehen.

Frederik - ein Musical

Der Kinderbuchklassiker „Frederik“, der die Geschichte einer Maus erzählt, die- anders als ihre Artgenossen- Sonnenstrahlen und Wörter als Wintervorrat sammelt und damit den tristen Winter der Mäusefamilie farbenfroher und lebendiger werden lässt, stand im Mittelpunkt des Projekts der Klassen 6a und 6d. Die beiden Klassen hatten es sich in der Projektwoche zum Ziel gesetzt, dieses Buch musikalisch umzusetzen. Am Ende stellten sie ein richtiges Musical auf die Beine, zu dem sie beispielsweise auch die Kulissen, weitere tänzerische und musikalische Elemente und Frederics weiteres Leben als „Superstar“ in den Nachrichten produzierten. Mit großem Eifer entstanden Kostüm- und Kulissenideen, die von einer Gruppe dank der Unterstützung durch Kunstlehrerin Eva-Maria Schröter in die Realität umgesetzt wurden. Am beeindruckendsten war die Entstehung eines riesigen Maiskolbens, der im Musical aufgrund seiner Größe und seines Gewichts von vier „Mäusen“ getragen werden musste. Auch ein Tanz, eine weitere selbstgeschriebene Musiknummer für das Ende des Musicals und weitere Nachrichtensendungen entstanden so in den unterschiedlichen Projektgruppen. Und das alles unter einem gewissen Zeitdruck, denn neben der Arbeit in den verschiedenen Gruppen galt es ja auch noch, das Musical musikalisch einzustudieren und zur Vorstellungsreife zu bringen. Eine ganz schöne Aufgabe für die Schüler und auch für die betreuenden Musiklehrer Günter Simon, Petra Hanke und Annett Böhm, die in zahlreichen Proben die kleinen Musicalkünstler zu einer „Musicalcompany“ formten. Die Klasse 6a war für die instrumentelle Seite zuständig, die Klasse 6d übernahm den Gesangspart, inklusive der tollen Solisten, allen voran Josef Mamontov als Frederik. So entstand ein hörens- und sehenswertes Ergebnis, das auch von den Kindergartenkindern, die sich als Besuch für die Generalprobe angesagt hatten, begeistert aufgenommen wurde. Gebannt verfolgten die Kinder die Geschichte der Maus Frederic und ihrer ungewöhnlichen Vorratssuche und spendeten viel Applaus. Auch die Aufführung vor den anderen 6. Klassen wurde kräftig beklatscht.

Projekt „Lebensraum Wasser” Klasse 6E

Wasser als wichtigen Bestandteil der Lebenswelt des Menschen darzustellen versuchten die Schüler der 6E, indem sie Gewässer ihres eigenen Umfelds benutzten, um dieses Thema aus den verschiedensten Blickwinkeln zu erfassen. Natürlich ist dafür die Wörnitz die erste Wahl. Im ersten Teil des Projekts wurde ihr Verlauf von der Quelle bis zur Mündung dargestellt . Die Bedeutung der Wasserstraße als wirtschaftlicher Faktor für die Bevölkerung und infolge dessen auch der kulturellen Entwicklung konnte man an den zahlreichen bedeutenden Städten und deren Kirchen, die entlang der Wörnitz errichtet wurden erkennen.Ein weiterer Ansatz, dieses Thema zu bearbeiten war es, die positiven und negativen Auswirkungen zu beleuchten. Wie jeder Fluss, so zeigt auch die Wörnitz jahreszeitlich bedingt, wechselnde Wasserstände. Diese werden von den Wasserwirtschaftsämtern an bestimmten Punkten gemessen und ausgewertet. Was dies speziell für die Stadt Oettingen bedeutet, haben sich die Schüler der 6E in einem Interview mit dem Stadtbaumeister der Stadt Oettingen, Herrn Obermeyer,  erklären lassen. Er hat besonders die Bedeutung der Wörnitz als Tourismusfaktor hervorgehoben, aber auch die zerstörerische Seite erläutert, was man an den historischen Hochwassermarken, die in allen Ansiedlungen entlang der Wörnitz zu finden sind, nachvollziehen kann. Der zweite Projektteil hat sich mit der Ökologie von Fluss-Systemen beschäftigt, im speziellen mit den Lebensbedingungen und der Vernetzung der Lebewesen, angefangen von den Mikroorganismen bis zu den Fischen, deren Aufzucht, Fang und Vermarktung einen traditionellen Wirtschaftsfaktor entlang der Wörnitz darstellen. Wasserwelten sind aber immer auch Bestandteil von Sagen und Erzählungen, wie die Legende vom "Bösen Weible". Nach soviel Information bildete daher eine Videoinstallation über das Treiben dieser Sagengestalt den entspannenden Abschluss zu einem Projekt, das sich zu Aufgabe gemacht hat, das komplexe Thema „Lebensraum Wasser” unter verschiedenen Aspekten zu betrachten.

Die Idee, Schülern die Gelegenheit zu geben, sich über einen längeren Zeitraum selbst mit einer Thematik zu beschäftigen, hat sich ausgezahlt. Die Fülle an Ideen und guten Beiträgen, die Fähigkeit vieler Schüler, sich selbst zu organisieren sowie vor allem die Freude am „Lernen“ und Präsentieren waren beeindruckend!

 

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