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"Warum fasten wir?"

Andachten zum Nachdenken über den Sinn der Fasten- bzw. Passionszeit

 

"Nach einer Zeit, in der Fröhlichsein und Heiterkeit im Mittelpunkt standen, ist es gut, sich zu besinnen, dass das Leben auch Zeiten der Traurigkeit, des Leides und der Not enthält." Deswegen ist es am Albrecht-Ernst-Gymnasium schon Tradition, dass man die Passionszeit mit dem Innehalten in einer Andacht beginnt.
 
Symbole der Fasten- bzw. Passionszeit stellten Sebastian, Markus und Marius (7c) in der Andacht für die Unterstufe vor. Im Religionsunterricht hatten sie sich unter anderem Gedanken gemacht über die Asche als Symbol der Reinigung und die Symbolkraft der Zahl 40, denn genau so lange dauert die Fastenzeit. "Menschen machen sich auf den Weg zu einem neuen Ziel", soll dadurch ausgedrückt werden "und es symbolisiert die Chanse sich auf etwas Neues in unserem Leben vorzubereiten", ergänzte Pfarrer Sattler. Passend zum nächsten Symbol, der Farbe "Violett", die die Schüler als Zeichen der Buße und Umkehr erklärten, hatte er eine solche Stola umgelegt.
An den Vorhang vor dem Allerheiligsten im Jerusalemer Tempel erinnern die Fastentücher, die seit dem Mittelalter in den Kirchen meist vor dem Altar aufgehängt werden. "Sie weisen auch auf das Leid der Welt hin, damit wir uns erinnen den Blick auf andere zu richten", meinte Pfarrer Sattler.
Als letztes Symbol stellten die Schüler den Kreuzweg mit seinen vierzehn Stationen, die deutlich machen sollen, dass Gott auch durch das Dunkle im Leben mit uns gehen will, bis es wieder Licht wird.
Passend zum Anlass umrahmte Ludwig Burger (6d) an der schuleigenen Orgel mit Passionschorälen die Andacht.
 
"Warum fasten wir eigentlich?". Diese Frage stand mit Mittelpunkt der Feier für die Mittel- und Oberstufe.
Eigentliches Fasten meine nicht nur oberflächliche Äußerlichkeiten, betonte Pfarrer Sattler und bezog sich dabei auf die folgenden Worte aus Jesaja 58:
 
"Warum fasten wir, und du siehst es nicht an? Warum tun wir unserm Leibe wehe, und du willst's nicht wissen?" Siehe, wenn ihr fastet, so übt ihr doch euren Willen und treibt alle eure Arbeiter. Siehe, ihr fastet, daß ihr hadert und zanket und schlaget mit gottloser Faust. Wie ihr jetzt tut, fastet ihr nicht also, daß eure Stimme in der Höhe gehört würde. Sollte das ein Fasten sein, das ich erwählen soll, daß ein Mensch seinem Leibe des Tages übel tue oder seinen Kopf hänge wie ein Schilf oder auf einem Sack und in der Asche liege? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, dem HERRN angenehm? Das ist aber ein Fasten, das ich erwähle: Laß los, welche du mit Unrecht gebunden hast; laß ledig, welche du beschwerst; gib frei, welche du drängst; reiß weg allerlei Last;"
 
Fasten in diesem Sinne bedeute nicht nur temporären Verzicht auf Schokolade, Alkohol oder Fernsehen, es betreffe den ganzen Menschen und seinen respektvollen Umgang mit den Mitmenschen. "Durch den Blick auf sich selber, soll einem bewusst werden, wie wichtig es ist den Blick auf andere zu richten. Wir tun das, wenn wir das Leid in Haiti sehen und helfen, aber es ist genauso wichtig hier in der Schule den anderen im Blick zu haben, im Respekt engegen zu bringen oder seine Ängste, Nöte und auch Freuden wahrzunehmen und zu teilen", beschrieb Pfarrer Sattler gottgefälliges Fasten. Mit zwei Liedbeiträgen setzten Ines Galinski, Regina Schröppel, Stefan Schneider und Jakob Kress, alle aus dem Lk Musik, eindrucksvolle musikalische Akzente.

 

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