Sie sind hier: Startseite / News / Von den Besten lernen um selbst noch besser zu werden

Von den Besten lernen um selbst noch besser zu werden

 

Weil man von den Besten lernen will, um selbst noch besser zu werden, haben in den vergangenen Wochen verschiedene Gruppen des Lehrerkollegiums drei mehrfach ausgezeichnete Schulen in verschiedenen Bundesländern besucht. Alle drei praktizieren seit vielen Jahren mit großem Erfolg das auch zum Kern des pädagogischen Konzeptes am A-E-G gehörende Prinzip des schülerzentrierten, individuellen Lernens.
Eine weitgehende Individualisierung des Unterrichts, die Rücksicht auf das unterschiedliche Lerntempo der Kinder und ihre individuell verschiedenen Bedürfnisse und Fähigkeiten nimmt, erlebte die erste Gruppe an der Laborschule Bielefeld. Seit über dreißig Jahren verfolgt diese Schule den Auftrag, neue Formen des Lehrens und Lernens und des Zusammenlebens in der Schule zu entwickeln. Die Besucher waren beeindruckt zu sehen, wie die LaborschülerInnen gemeinsam in leistungs-, teilweise auch altersheterogenen Gruppen leben und lernen. Es wird niemand ausgesondert, es gibt auch kein „ Sitzenbleiben“ und keine äußere Leistungsdifferenzierung. Den großen Erfolg des Konzeptes belegt auch die Tatsache, dass 70 Prozent aller Kinder, die in der Vorschule angemeldet werden, später die Hochschulreife erlangen, wie die Oettinger Lehrer im Gespräch erfuhren.
Dass Kinder auch ohne Noten erfolgreich lernen, erlebte eine zweite Gruppe in der "Futurum Schule Vogtland". Sie hospitierte einen Vormittag lang im Unterricht an dem Evangelischen Gymnasium, in dem sich, wie auch an der Laborschule, die Lehrerrolle vom "Belehrer zum Lernberater" gewandelt hat, so dass die Kinder "eigenverantwortlich und gehirngerecht", in der Regel in altersgemischten Gruppen lernen dürfen. Da man nicht in Ziffern ausdrücken kann, was Kinder lernen, gibt es dort, ähnlich wie am A-E-G, Zwischenberichte, in denen Lernfortschritte und die Beobachtungen der Lehrer den Kindern und Eltern mitgeteilt werden. Auch Fächergrenzen verschwinden immer mehr, denn "die Welt soll nicht mehr in die Schubladen der Schulfächer einsortiert, sondern erforscht und verstanden werden", formulierte es eine Kollegin.
"Wir wollen nicht Fächer, sondern Schüler unterrichten", meinte Enya Riedel, die ehemalige Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Eine dritte Gruppe des A-E-G hatte Gelegenheit in dieser Schule zu hospitieren.
Arnulf Kunze, der dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, führte sie über vier Stunden durch die Schule und beantwortete geduldig alle Fragen der Oettinger. Besonders beeindruckt waren sie von der ruhigen Atmosphäre im Schulhaus und der Selbstständigkeit, mit der die Schüler, wie auch am A-E-G praktiziert, in Doppelstunden lernen. Ein Schwerpunkt der Schule liegt auf der Präsentation der Ergebnisse des Lernens für die Eltern und die Öffentlichkeit. So sind zum Beispiel alle Gänge des Schulhauses mit Produkten der Schüler eindrucksvoll ausgestaltet.
Am meisten jedoch interessierten sich die Oettinger Lehrer für die umfangreiche Projektarbeit im sozialen und musischen Bereich, für die an dieser Schule bis zu drei Monate pro Schuljahr verwendet werden: Dazu gehören neben Schüleraustausch und Praktika auch die individuelle Betreuung alter Menschen, umfangreiche Theater- und Filmarbeit, eigene Gestaltung des Schulhauses durch die Klassen samt den dazu nötigen Reinigungsarbeiten und das Spendensammeln, um in Nepal Schulen und ein Krankenhaus zu errichten und zu unterhalten.
Am A-E-G wird man nun die Ergebnisse der Besuche bündeln und Umsetzungsmöglichkeiten diskutieren, um das pädagogische Konzept weiter zu perfektionieren, denn, "heute ist es wichtiger denn je mit dem Lernen nie aufzuhören. Das muss aber auch für Schulen gelten. Und wir wollen von den Besten lernen um selber noch besser zu werden," betonte Schulleiterin Claudia Langer.