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"Theater träumt Schule" - mit dem A-E-G

Claudia Langer und Günther Schmalisch referieren auf Einladung von Reinhard Kahl in den Münchner Kammerspielen

„Theater träumt Schule“ nennt sich eine Vortragsreihe, die der bekannte Journalist, Filmemacher und Grimme-Preisträger Reinhard Kahl zusammen mit den Münchner Kammerspielen ins Leben gerufen hat. Namhafte Referenten und ausgewiesene Bildungsexperten wie Gerald Hüther, Manfred Spitzer, Remo Largo und Richard David Precht traten bisher auf, um dem Publikum ihre Gedanken wie Lernen funktionieren kann und Schulen im 21. Jahrhundert gestaltet sein sollten, zu erläutern. Vor einiger Zeit war Reinhard Kahl Zuhörer eines Vortrags von Claudia Langer, Schulleiterin des Oettinger Albrecht-Ernst-Gymnasiums, und ihres Stellvertreters Günther Schmalisch. Begeistert von dem Konzept des A-E-G lud er beide ebenfalls nach München ein, um in der Reihe „Theater träumt Schule“ als Referenten aufzutreten. Diese sagten gerne zu und nun war es soweit. Etwa dreihundert Besucher füllten die Spielhalle der Münchner Kammerspiele und wurden durch ein Schülertrio des Münchener Dante-Gymnasiums mit dem „Cup-Song“ eindrucksvoll begrüßt. Dabei ergab sich für die Oettinger eine zufällige Begegnung, denn die Schülergruppe wurde von Stefan Rauwolf, einem ehemaligen Schüler des A-E-G geleitet.

„Erzählen Sie uns Ihre Geschichte, wie hat alles angefangen?“, bat Reinhard Kahl die beiden Oettinger Referenten, als alle drei auf der Bühne Platz genommen hatten. Langer und Schmalisch skizzierten den Weg, der zu den pädagogischen und damit zusammenhängend auch architektonischen Veränderungen am A-E-G geführt hat. Dabei spielten mehrere Faktoren eine Rolle: Gewonnene Erkenntnisse aus zahlreichen Tagungen und vielen Gesprächen, Schulbesuchen, Beobachtungen und der schlichten Feststellung, dass Kinder keine gleichartig funktionierenden Maschinen sind. „Deshalb kann lernen nicht gelingen, wenn alle das Selbe, auf die selbe Art und Weise, in der selben Zeit machen müssen“, fasste Schmalisch zusammen und Kahl stimmte dem mit dem Vergleich: „Kinder sind eben keine Fässer, die man nur füllen muss“, zu. „Ich ging vor 30 Jahren ins Gymnasium, meine Tochter geht heute und seitdem hat sich nichts verändert,“ zeigte sich eine Mutter empört und enttäuscht zugleich. Mit einem kurzen Film und zahlreichen Bildern veranschaulichten die Referenten den Zuhörern, wie man am A-E-G dabei ist, Schule kind- und gehirngerecht zu verändern und ernteten für ihre Aussagen immer wieder spontanen Applaus. „Die Lebenswirklichkeit unserer Kinder und von uns allen hat sich allein in den letzten 10 Jahren dramatisch verändert und wird es weiter tun. Dann kann doch gerade nicht dort, wo man die Kinder und Jugendlichen eben auf diese Lebenswirklichkeit vorbereiten soll, alles beim Alten bleiben“, meinte Langer. Das angeregte Gespräch mit dem Publikum zeigte, wie groß das Bedürfnis nach Veränderung ist und wie gerne die Ideen und Anregungen der Referenten aufgegriffen wurden. „Sie haben mit ihrem Konzept Veränderungen in der Schullandschaft in München bereits maßgeblich beeinflusst“, bestätigte ein Mitarbeiter des Münchner Referats für Bildung und Sport. Nach mehr als zwei Stunden beendete Reinhard Kahl die anregende und zugleich kurzweilige Veranstaltung und griff den Wunsch des Publikums nach einer Fortsetzung im kommenden Jahr auf, die Langer und Schmalisch unter dem lang anhaltendem Applaus der Zuhörer gerne zusagten. So lange wollten einige aber nicht warten, denn auch nach dem offiziellen Schluss, diskutierten viele Besucher noch lange mit den Referenten und versuchten gleich Termine für Vorträge zu vereinbaren, damit die Träume von kindgerechten Schulen mehr und mehr Realität werden.

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