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Salzsieder, moderne Kunst und American Football

Der diesjährige Personalausflug führte nach Schwäbisch Hall

Was haben Salzsieder, die Kunsthalle Würth und die aktuellen deutschen Meister im American Football gemeinsam? Alles findet man in Schwäbisch Hall. Zumindest den beiden Erstgenannten begegneten die Mitglieder des Lehrerkollegiums bei ihrem diesjährigen Personalausflug, der sie in die Kreisstadt im Kochertal führte. Wem die Stadt bisher nur durch die gleichnamige Bausparkasse bekannt war, für den hat sich die Fahrt sicher besonders gelohnt, denn ihm erschloss sich ein wahres Kleinod unter der deutschen Städten, in dem prächtig erhaltene mittelalterliche und barocke Bausubstanz mit moderne Kunst und Kultur eine selten gesehene harmonische Symbiose eingehen,

Moderne Kunst stand zunächst auf dem vom Personalrat, insbesondere von Studiendirektor Friedrich Betz, bestens vorbereiteten Programm. Fabelwesen aus Mosaiksteinen empfingen die Teilnehmer schon vor der Kunsthalle Würth. Die Geschöpfe stammen von der französisch-schweizerischen Künstlerin Niki de Saint Phalle und weisen den Weg in das private Kunstmuseum des Unternehmers Reinhold Würth, in dem zur Zeit eine Werkschau der Malerin und Bildhauerin zu besichtigen ist. Nicht allen erschloss sich auf Anhieb der künstlerische Wert von auf eine alte Tür genageltem rostigen Schrott, in ein Gipsbett eingedrückte Scherben oder die Schießbilder, Gipsreliefs mit eingearbeiteten Farbbeuteln, auf die die Künstlerin während einer Vernissage schoss. Uneingeschränkte Bewunderung fanden dagegen ihre "Nana"-Figuren, für die sie eigentlich berühmt geworden ist. Farbenfrohe, überdimensionierte weibliche Körper mit üppigen runden Formen, mit denen de Saint Phalle die umfassende Weiblichkeit ohne Hemmungen und Konventionen, in ihrer Lebensfreude und Lebenskraft darstellen will.

Schon von der Kunsthalle bietet sich ein wundervoller Blick auf das Zentrum der auf der anderen Seite des Kochers liegenden Altstadt, in die sich die Reisenden nun begaben. Nach einer Stärkung bei Kaffee und Kuchen setzte pünktlich zur Stadtführung der Regen ein. Etwa die Hälfte der Teilnehmer ließen sich davon aber nicht abschrecken und wartete an der berühmten 500 Jahre alten Freitreppe vor der Kirche St. Michael auf Stadtführerin Brunhilde Scheurer. Wer die Zeit bis dahin nutzte und die 53 Stufen zur Kirche erklomm, der erfuhr in ihrem Inneren zum Beispiel, dass die Wurzeln des berühmten Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer in Schwäbisch Hall liegen. Seine Vorfahren gehörten im 16. Jahrhundert zur Oberschicht der Stadt.

Kurzweilig und kompetent vermittelte Brunhilde Scheurer den Oettingern dann Interessantes aus der Geschichte der Stadt. Die Pädagogen erfuhren, dass die Freitreppe, auf der sie gerade standen, seit 1925 für Freilichtspiele genutzt wird und dass die Altstadt 1728 zu zwei Dritteln ein Raub der Flammen wurde, auch deshalb, weil die hölzerne Feuerspritze ebenfalls verbrannte. Der Wiederaufbau erfolgte im barocken Stil und es entstand einer der schönsten Marktplätze Deutschlands aus dem das prachtvolle Rathaus herausragt.

Architektonische Meisterleistungen aus dem späten Mittelalter vermittelte die Stadtführerin den Besuchern in der Herrengasse. In einigen der mächtigen Patrizierhäuser, die vom Brand verschont blieben, ist sogar noch ein "Haller Bock" erhalten, eine Holzkonstruktion in der Mitte des Gebäudes, auf der die oberen Stockwerke lasten.

Weiter ging die Führung zum "Keckenturm", dem beeindruckendsten erhaltenen staufischen Adelsturm aus der Zeit um 1240, in dem heute das Hällisch-Fränkische Museum untergebracht ist.

Die Geschichte der Haller Salzsieder und ihres Kuchen- und Brunnenfestes vermittelte Brunhilde Scheurer vor dem heute noch existierenden Gerichtsgebäude der Salzsieder, bevor der Weg zu einer weiteren Attraktion der Stadt führte.

Dem Shakespeare Globe Theater in London ist das Haller Globe Theater auf der Kocherinsel nachempfunden, einem Rundbau aus Holz, in dem neben der Freitreppe seit 2000 ebenfalls Theaterinszenierungen aufgeführt werden.

Ein Abstieg in den Pulverturm, in dem viele Haller während der Bombardierungen im 2. Weltkrieg Schutz fanden, bildete den Schluss der sehr lehrreichen, kurzweiligen und interessanten Stadtführung, mit einer Zeitreise durch viele Jahrhunderte. Eine Besonderheit, die man in dieser idyllischen Stadt nicht vermutet, hatten die Oettinger allerdings nicht gesehen, konnten sie auch nicht, denn die schweren Jungs der "Schwäbisch Hall Unicorns" errangen am darauffolgenden Tag in Magdeburg den deutschen Meistertitel im American Football.

Auf jeden Fall hatten sich auch das A-E-G Kollegium ein kräftiges Abendessen im Gasthof Hirsch in Hessental wahrlich verdient. Bei schmackhaften Maultaschen, Rouladen, Sauerbraten oder Schnitzel vom "Mohrenköpfle" fand die lohnenswerte Fahrt ihren geselligen Ausklang.

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