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"Riskier was!"

Viel Nachdenkliches bei Passionsandacht für die Mittelstufe

 

Die Fastenzeit eröffnet neue Perspektiven, schafft ein neues Bewusstsein für die wichtigen Dinge im Leben, rückt einige altbewährte, tradierte Auffassungen ins rechte Licht.

Eine Möglichkeit sich darauf einzulassen und darüber nachzudenken bot den Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe die Passionsandacht, die Ludwig Burger an der Orgel musikalisch umrahmte. „Diese Zeit bietet uns die Möglichkeit, darüber nachzudenken, unser Leben aus einer Distanz zu betrachten“, meinte Pfarrer Sattler zu Beginn. „Woran sind wir gebunden, in welchen Gewohnheiten, immer gleichen Wegen sind wir gefangen?“
„Versuchen wir diese Verflechtungen einmal zu lösen,“ griff Religionslehrerin Franziska Gruber die Gedanken auf , „vielleicht erkennen wir dann wieder die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben.“ Das Entwirren von lieb gewordenen „alten Zöpfen“ (Seilen) sollte dies bildlich verdeutlichen.
Sich auf Neues einzulassen birgt immer ein Risiko in sich, deswegen vermeiden es viele. Es dennoch zu tun, dazu lädt jedes Jahr die Fastenaktion „7 Wochen ohne“ der Evangelischen Kirche ein, deren Absicht Franziska Gruber ebenfalls vorstellte. „Beispiele für „risikobereite“ Menschen gibt es schon in der Bibel genug. Da geht eine Hochschwangere auf Reisen, ohne auch nur ein Hotel zu buchen - siehe Maria. Da beschließt ein Haufen unorganisierter Menschen, mit nichts als ein bisschen Brot und dafür jeder Menge alter und kranker Anverwandten, einfach mal in die Wüste zu ziehen mit der ungenauen Vorstellung, vielleicht irgendwann mal irgendwo anzukommen. Siehe das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten. Da lassen Männer reihenweise Frau und Kind und Job im Stich, nur um einem verrückten Schreiner hinterherzurennen. Siehe die Jünger Jesu. Sie alle haben etwas riskiert und die Vorsicht über Bord geworfen - und sind dabei auf Unerwartetes und Neues gestoßen. Manchmal muss man etwas riskieren, um sich zu entwickeln und überraschende Einsichten in das Leben zu erhalten.“

Zu meditativer Musik trugen Schülerinnen und Schüler Gedanken vor, die diese „Risikobereitschaft“ stärken sollten:

Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen,
doch es wachsen keine Blumen auf ihr.

Geh’ nicht dahin, wo der Weg Dich hinführt.
Geh’ dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse eine Spur.

Die Straße sagt dem Reisenden nicht, was ihn am Ende seines Weges erwartet.

Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.

Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen.

Geh deinen Weg und lass die Leute reden!

Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Geh nicht nur die glatten Straßen, Geh die Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.


Wo gehst du die immer gleichen Wege?

Wo beherrschen Tradition, Routine und Gewohnheit dein Denken und Handeln?

Wo willst du deine Neugierde einmal ausleben ohne dich von Angst und Vorsicht zu sehr

beherrschen zu lassen?

Was wolltest du schon ewig machen und hast dich bisher noch nicht getraut?


Also, riskier was!

Bilder...