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Ohne "Würde" geht es auch!

Crash-Kurs "Bewerbungsschreiben" für Schülerinnen und Schüler der 10ten Klassen

 

Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung, die beim Personalwesen (heute: Human Resources) nicht gleich im Papierkorb landet? Eine berechtigte Frage von Schülerrinnen und Schülern der Oberstufe, denn das Thema "Bewerbung" wird heute eher nur noch nach formalen, weniger aber nach psychologischen Aspekten im Unterricht behandelt.

Als Referent kam Herr Stefan Sturm zu uns, der als langjähriger Leiter der Aus- und Fortbildung der Sparkasse Donauwörth wichtige Informationen zum Thema vorstellte und auch auf individuelle Fragen (z.B. Bewerbungsmappe, Lebenslauf) einging.

Herr Sturm bearbeitet im Jahr zwischen 40 und 50 Bewerbungen - dabei kommen immer wieder kleinere und größere Unzulänglichkeiten zum Vorschein, die dann nicht selten im Bewerbungs-gespräch (wenn es dann noch dazu kommt!) Probleme bereiten können.

Natürlich könnte man/frau auch ein entsprechendes Lehrbuch zum Thema studieren, aber Herr Sturm konnte mit seinen Beispielen aus der Praxis die Teilnehmer nicht nur zum Lachen bringen, sondern auch sensibilisieren, welcher Schreibstil und welche formalen Anforderungen über die DIN 5008 hinaus heute erwartet werden können.

Sollte man ein Foto einsetzen (Frage Diskriminierungsverbot!), wie stelle ich meine Stärken in nur wenigen Zeilen vor (Vorsicht: Übertreibung und fehlende Unterscheidung Eigenbild-Fremdbild), warum sind Sprachzertifikate (z.B. Delf) von großem Nutzen, welchen Stellenwert hat ein ehrenamtliches Engagement im Bewerbungsprozess - das waren für manche Schüler ganz neue Aspekte, die weit über die möglicherweise kurzfristig für die Betriebspraktika anzufertigenden Bewerbungsschreiben hinausgingen.

Aber auch die "Kleinigkeiten" können den Unterschied ausmachen: Der bisher gängige Abschluss eines Anschreibens

Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen.

und könnte heute auch so lauten:

Ich freue mich, wenn ich mich bei Ihnen persönlich vorstellen darf.

Das Weglassen des Konjunktivs "würde" deutet hier ein gewisses Selbstbewusstsein des Bewerbers an und ermöglicht dem Personalleiter schon einen ersten näheren Eindruck über die Person, die er vorher noch nie gesehen hat.

Neben den vielen theoretischen Inputs hatten dann die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ein von Herrn Sturm vorgelegtes Bewerbungsanschreiben auf Fehler zu untersuchen und anhand eines weiteren (nun optimalen) Anschreibens Ideen und Anregungen für die eigenen Entwürfe zu sammeln.

Bewerbungen sind die Visitenkarten eines jungen Menschen an den Schnittstellen zum Berufsleben - nicht ganz unwichtig für die Unternehmen, die z.B. für ein Duales Studium mehrere zehntausend Euro in die Zukunft investieren.

38 Schülerinnen und Schüler samt Lehrkraft bedanken sich herzlich bei Herrn Stefan Sturm und der Sparkasse Donauwörth für die interessanten und launig vorgetragenen Informationen!