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"Oettingen und das Ries voran gebracht"

Zwei P-Seminare stellen im Foyer des Rathauses ihre beeindruckenden Ergebnisse vor

Dass Schülerinnen und Schüler Projektarbeiten auch in Profiqualität abliefern können, bewiesen die Ergebnisse zweier P-Seminare des Albrecht-Ernst-Gymnasiums.
Zur Präsentation der Projektarbeiten waren auf Einladung von Bürgermeister Matti Müller zahlreiche Ehrengäste ins Foyer des Rathauses gekommen und sie zeigten sich höchst beeindruckt von dem, was ihnen an diesem Abend präsentiert wurde. Im Rahmen eines „Projektseminars zur Studien- und Berufsorientierung“ (P-Seminar) hatte eine Gruppe unter Leitung von Studienrat Roland Wenzel eine Broschüre „Barrierefreier Urlaub im Ries“ erstellt und eine zweite Gruppe unter Betreuung von Studiendirektor Günther Schmalisch die drei repräsentativsten Gebäude der Stadt Oettingen, das Rathaus, die Sankt Jakobskirche und das fürstliche Schloss, in 3-D modelliert, damit sie in Google Earth weltweit betrachtet werden können.

„Ihr habt Themen bearbeitet, die die Stadt Oettingen und das Ries weiter bringen auf dem Weg in die Zukunft,“ freute sich Bürgermeister Müller in seiner Begrüßung. Aber nicht nur mit ihren Projektergebnissen, sondern auch mit den anschließenden Präsentationen derselben bewiesen die Schüler höchstes Niveau.

„Während in anderen Regionen das Thema „Barrierefreier Urlaub“ bereits schon länger aufgegriffen wurde, bestand im Landkreis Donau-Ries noch Nachholbedarf, dies wollten wir ändern“, beschrieben die sieben Schülerinnen und ein Schüler der ersten Gruppe die Motivation für ihr Vorhaben, das sie in Zusammenarbeit mit dem Ferienland Donau-Ries e.V., der Firma gumppenberg.media und mit Hilfe zahlreicher Sponsoren realisierten. Die Zuhörer erhielten während der Präsentation einen Eindruck, wie aufwändig und zeitintensiv die Arbeit an der Broschüre war. Mit Hilfe von Fragebögen wurden Daten zu Hotels und Gastronomiebetrieben erhoben, Gespräche mit Bewohnern und Mitarbeitern der Johannesheime geführt, um die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu erfahren und es mussten viele umfangreiche Texte verfasst und korrigiert werden. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die zahlreichen Fotos für die Broschüre, darunter beeindruckende Luftaufnahmen, alle selbst fotografiert wurden. Sehr zeitraubend war die Bearbeitung von Stadtplänen mit eigens entworfenen Symbolen und die gesamte Layoutarbeit. Das überaus sehens- und lesenswerte Endprodukt enthält neben Informationen, die Menschen mit Behinderungen zu einem Urlaub im Ries einladen, umfassende Hinweise und Tipps zu Aufenthalten in den Städten Nördlingen, Wallerstein, Harburg, Wemding und Oettingen. Spezielle Infos zu Wanderwegen, Ausflugsmöglichkeiten und wichtige Telefonnummern ergänzen den Inhalt der Broschüre. Günther Zwerger, Geschäftsführer des Ferienlandes Donau-Ries e.V. zeigte sich tief beeindruckt von der Qualität der Broschüre. „Sie haben damit eine Lücke geschlossen“, bestätigte er der Schülergruppe. Er sei dankbar, dass die Broschüre bei den kommenden Tourismus Messen ausgelegt und damit auch dieser wichtige Bereich abgedeckt werden könne.

Nicht minder anspruchsvoll war das Vorhaben, dass sich das zweite P-Seminar vorgenommen hatte. Neun Schüler wollten ebenfalls eine Lücke schließen, denn „betrachtet man Oettingen in Google Earth, sieht man im Gegensatz zu anderen Städten nur eine ebene Fläche. Wir wollten das ändern“, begründeten die Schüler ihr Vorhaben, das Schloss, die St. Jakobskirche und das Rathaus dreidimensional zu modellieren um die beeindruckende Schönheit dieser Gebäude möglichst realitätsnah den Menschen weltweit präsentieren und vielleicht so Anreiz für einen Besuch der Stadt Oettingen schaffen zu können. In einem Zeitraffervideo von der Entstehung der Sankt Jakobskirche in 3D konnten sich die Gäste einen Eindruck davon machen, wie enorm aufwändig die Arbeiten waren. Allein für dieses Objekt mussten etwa 3600 Linien gezeichnet, hunderte Flächen geschaffen, ebenso viele Bilder aufgenommen bearbeitet und einfügt werden. Als besondere Schwierigkeit nannten die Schüler die Tatsache, dass die Fotos oft nur aus geringer Entfernung und ungünstigem Winkel aufgenommen werden konnten, was umfangreiche Bearbeitungen zu Folge hatte. Damit die Schüler nicht nur mit den Fassaden, sondern auch mit dem „Innenleben“ und der Geschichte der Gebäude vertraut wurden, organisierten sie Besuche und Führungen in den drei Objekten. Sie dankten in dem Zusammenhang  Roland Wiedenmann von der fürstlichen Verwaltung und Schlossführer Manfred Rieger, dem ehemaligen Dekan Christoph Seyler für die Kirchenführung sowie Bürgermeister Matti Müller für die Informationen zur Geschichte des Rathauses sowie die Arbeit und Berufsmöglichkeiten in einer kommunalen Verwaltung.
Während die Gäste die fertigen 3D Gebäude mit großer Bewunderung und Anerkennung für die hervorragende Leistung der Schüler  bereits an diesem Abend bestaunen konnten, werden sie nach einer Überprüfung durch eine Jury von Google Earth in den kommenden Tagen veröffentlicht und dann auch weltweit zu sehen sein.
Engagement, Interesse, Teamfähgkeit, Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit sind nur einige der wichtigen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler während der Projektarbeit eingeübt und gezeigt haben. Und es wurde wieder einmal bestätigt, wenn Schüler eigenverantwortlich, an einem konkreten, nicht nur abstrakten Gegenstand, mit einem Ziel, in einem Team lernen und arbeiten dürfen, tun sie dies mit Freude und intensiv, denn die laut Stundeplan zur Verfügung stehende Zeit reichte in beiden Gruppen bei weitem nicht aus. Viele Stunden wurde in der Freizeit auch in den Ferien an dem Projekt gearbeitet, aber beide herausragenden und bleibenden Ergebnisse entschädigen sicher für den großen Aufwand.

Bilder von der Präsentation...