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Musikalische Geschenke ausgepackt

Das Publikum in der vollbesetzten Aula erlebt beim Weihnachtskonzert unter anderem das größte Streichorchester im Ries und sicher auch darüber hinaus

Etwa jedes sechste Kind am A-E-G spielt ein Streichinstrument. Diese beeindruckende Zahl ist sicherlich auf das Erfolgsmodell "Streicherklasse", das vor acht Jahren begonnen wurde, zurück zu führen. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass die Streicher beim diesjährigen Weihnachtskonzert das interessante Programm dominierten. 
"Musikalische Geschenke" versprach Schulleiterin Claudia Langer bei ihrer Begrüßung und die gab es auch reichlich. Die jüngsten Musiker packten das erste aus. Die Zuhörer waren sichtlich beeindruckt von der Leistung, die die Streicherklasse 5a nach erst drei Monaten Übungszeit mit ihren beiden Stücken ablieferte. Welche Steigerung nach einem Jahr zu erwarten ist, demonstrierte dann die Streicherklasse 6a, die mit Weihnachtsliedern aus Tschechien und Wales unter Leitung ihrer beiden Musiklehrer Günter Simon und Petra Hanke europäischen Flair verströmte. Eine Abwechslung vom Streicherklang kündigte Maria Stimpfle, die wie immer charmant und mit interessanten Hintergrundinformationen durch das Programm führte, mit dem Klarinettentrio aus der Q12 an. Anna-Lena Hauber, Miriam Richard und Lena Dietrich präsentierten sich als ein perfekt aufeinander abgestimmtes, technisch versichertes Ensemble, das mit viel Spielfreude und feinen dynamischen Variationen mit einem "Divertimento" von W.A. Mozart dem Publikum entsprechend der Werkbezeichnung viel "Vergnüngen" bereitete. Nach diesem Zwischenspiel forderte das Vororchester bei zwei interessanten und spritzig vorgetragenen Stücken das Publikum zum Mitraten auf. Bereitete das Erkennen verschiedener miteinander kombinierter Melodien in "Multiple Choise" manchem vielleicht noch etwas Probleme, dürfte dies bei "Name of Charols" kaum der Fall gewesen sein. Die Mischung aus weihnachtlichen "Ohrwürmern" war leicht zu entwirren.
Nach diesem musikalischen Rätsel erlebte das Publikum eine Premiere. Unter Leitung von Musiklehrerin Anja Heuschmid trat der neu gegründete Schulchor zum ersten Mal auf. Mit zwei Weihnachtsliedern brachten die jungen Sänger so richtig Schwung in die Aula, bevor sie mit "Jesus Child" eher besinnliche Töne anschlugen. Besinnlich und ruhig eröffnete auch das große Schulorchester unter Leitung von Petra Hanke seinen Auftritt. Mit großer Harmonie und weichem Bogenstrich ließ das Ensemble eine Hirtenmusik aus der Weihnachtssinfonie von Giovanni Ferrandini erklingen. Es war ein bemerkenswertes, wohltuendes Kennzeichen des Programms, dass die Musiker nicht nur Altbekanntes boten, sondern sich auch an unbekanntere, moderne Stücke heran wagten. So auch das Orchester mit dem Werk "Sheperd´s Hey" des in Australien geborenen, amerikanischen Komponisten Percy Grainger und dem fröhlichen "Italiana" von Ottorino Respighi. Bravourös meisterte das Ensemble dabei die rhythmischen und technischen Schwierigkeiten dieser modernen Kompositionen ebenso wie anschließend die des rasanten "Russischen Tanzes" aus der "Nussknackersuite" von Peter I. Tschaikowski. 
Rockig, mit viel Swing und Blues wurde es dann mit der A-E-G Big Band. Mit "Rocking around the Christmas tree" wurde dem Publikum schon richtig eingeheizt, bevor mit "Go. tell it on the mountain" und "A Jazz Marry Christmas" auch der Letzte im Publikum mitgerissen wurde.
Der Abschluss des Programms bildete zugleich auch den absoluten Höhepunkt, zumindest was die Zahl der Musiker auf der Bühne anbelangte. Mit 125 Geigern, Bratschisten, Cellisten und Kontrabassisten bildeten die verschiedenen Streichensembles des A-E-G zusammen das größte Streichorchester im Ries und wohl auch weit darüber hinaus. Der Bühnenraum der Aula bot kaum Platz für alle und nicht nur der Anblick beeindruckte das Publikum, sondern auch die gewaltige Klangfülle, die das XXL-Ensemble mit Händels "Bourrée" verströmte. Mitglieder der ersten Streicherklasse vor acht Jahren musizierten gemeinsam mit ihren aktuell jüngsten Nachfahren und es war höchst beeindruckend zu erleben, wie sicher und souverän Günter Simon dieses riesige Orchester führte und durch ein geschicktes Arrangement auch gemeinsam mit seinen Kolleginnen die unterschiedlichen Spielniveaus der Altersgruppen miteinander vereinbaren konnte. 
Dieses einmalige Klangerlebnis forderte natürlich eine Zugabe. Mit dem gemeinsamen Lied "O du fröhliche" gesellten sich  zu dem großen Orchester dann auch mehrere hundert Stimmen aus dem Publikum. Ein würdiger Abschluss eines beeindruckenden Konzertabends.

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