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"Lehre mich nicht, lass mich lernen!"

Lernexperte Roland Böttcher aus den USA besuchte das A-E-G

 

„Wir lernen am besten, wenn wir nicht Empfänger, sondern Entdecker von Neuem sind, und deswegen sind Sie mit Ihrem Konzept genau auf dem richtigen Kurs!“ Dies bestätigte Roland Böttcher, Vice President von Delphin, Inc., und langjähriges IAL Vorstandsmitglied und Executive Director der International Alliance for Accelerative Learning bei seinem Besuch am A-E-G.
Er wurde auf das Oettinger Gymnasium während der Jahrestagung des BWV Bildungsverbandes in München aufmerksam, bei der der stellvertretende Schulleiter Günther Schmalisch als Referent geladen war, um den Vertretern aus der Wirtschaft das „Oettinger Modell“ vorzustellen. Böttcher, der nach Schmalisch sprach, war von dem Vortrag so angetan, dass er sofort einen Besuchstermin vereinbarte, um das Gehörte vor Ort zu erleben.
Roland Böttcher lebt in den USA und ist auf der ganzen Welt ein gefragter Experte für Management-Training und der Aus- und Weiterbildung von Trainern, Dozenten und Seminarentwicklern, sowie dem Training von Führungskräften, ein absoluter Fachmann also, wenn es um das Thema „Lernen“ geht.
Schulleiterin Claudia Langer und ihr Stellvertreter freuten sich über den interessanten Gedankenaustausch und erläuterten Böttcher das Konzept des A-E-G und führten ihn durch die altersgerecht gestalteten Lernbereiche. Böttcher, der sich viel auch mit der Entwicklung des Lernens in der Zukunft beschäftigt bestätigte, dass gerade die rasante technologische Entwicklung das Lernen und seine Formen wesentlich beeinflussen und verändern wird.

Totale Übereinstimmung fanden Schulleitung und Gast auch hinsichtlich der Tatsache, dass das Lernen in der Zukunft in der Schule und auch in den Betrieben stärker auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen zugeschnitten werden muss. „Die Zukunft des Lernens ist schon längst keine Frage mehr, die nur in den Schulen angesiedelt ist, sie ist längst auch für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in Unternehmen höchst virulent.“ Und Böttcher ergänzte aus seiner Beobachtung, dass „sich auch die Bewertungssysteme, vor allem an den Universitäten ändern werden. „Das Lernen muss lernerzentriert, motivierend, auf Erfahrungen basierend und herausfordernd gestaltet sein. Deshalb müssen neue Forschungsergebnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften und dem systemischen Denken unbedingt in die Lerngestaltung einfließen und ich bin beeindruckt davon, wie vorausschauend Ihr Konzept auch in diesem Punkt ist“, betonte Böttcher beim Rundgang durch die Lernbereiche. Sein Konzept des Accelerated Learning arbeitet fast ausschließlich lernerzentriert und interaktiv und es gilt der Leitspruch: Machen Sie nichts, was die Lerner selbst machen können. Und: Lassen Sie inwendig, statt auswendig lernen! Für Böttcher lautet der Königsweg des Lernens: Lehre mich nicht, lass mich lernen!

Auf die Frage nach der Entwicklung an den Universitäten antwortete Böttcher, dass an vielen Unis „Interaktivität“ als zentrales Stichwort gilt. Die mittlerweile zu einer Bewegung gewordenen „Flipped Universities“ bieten den Studenten die Möglichkeit, statt einer herkömmlichen Vorlesung im Hörsaal, den Vortrag als Video im Internet anzusehen. In der frei gewordenen Zeit an der Uni können die Lerner in Gruppen das neue Material verarbeiten und vertiefen, während der Professor als Lernbegleiter anwesend ist. „Die technischen Möglichkeiten werden diese Entwicklung noch sehr beschleunigen. Insofern denken Sie hier an Ihrer Schule auch in diesem Punkt über die Gegenwart hinaus und machen die Kinder fit für den zukünftigen universitären Betrieb. Ich kann Sie nur beglückwünschen und werde alles dafür tun, dass Ihr Konzept noch viel stärkere Verbreitung findet, auch in den USA kann und muss Ihr Beispiel Schule machen“, zeigte sich der Gast am Ende seines Besuches beeindruckt von dem Gesehenen und Gehörten. Beide Seiten vereinbarten einen regelmäßigen Gedankenaustausch.