Sie sind hier: Startseite / News / Künstliche Intelligenz in Oettingen ?

Künstliche Intelligenz in Oettingen ?

Betriebserkundung bei Jeld Wen Oettingen durch Grundfachkurs Wirtschaft und Recht der Q 11

Ohne Praxis geht es einfach nicht: Folgerichtig besuchte der Grundfachkurs Wirtschaft und Recht der Q 11 die Firma JELD-WEN Deutschland GmbH & Co. KG in Oettingen in der August-Moralt-Str.1.

Wie auch bei der letzten Betriebserkundung wurden wir auch heuer von Herrn Michael Kopp fachkundig durch die einzelnen Fertigungsabschnitte geführt. Die Vorbereitung und die Organisation übernahm der Kollegiat Achim Wunderle - für ihn eine Art Projekt im kleinen Maßstab, galt es doch alle Termine der Beteiligten mit den Wünschen der Unternehmung zusammen zu bringen, Fragen aus dem Unterricht heraus auf die Betriebserkundung zu entwickeln, einen Zeitplan zu erstellen usw..

JELD-WEN in Oettingen fertigt pro Jahr ca. 900.000 Türen mit ungefähr 510 Beschäftigten, davon 300 in der Produktion und 210 im Office-Bereich. Die Produktion beginnt mit der Erstellung von Furnieren verschiedenster Herkunft, die dann in der vollautomatisierten Fertigung mit den Türmittellagen verbunden werden. Dann durchlaufen die Türrohlinge die Lackierstraße, um schließlich endbearbeitet (z.B. Fräsen) und versendet zu werden.

Ganz besonders im Mittelpunkt standen zwei "Highlights" von Jeld-Wen, die Rotationspresse und das neue Hochregallager.

Die Rotationspresse ist schon lange im Einsatz, längst kalkulatorisch abgeschrieben und verrichtet nach wie vor störungsfrei ihren Dienst - sie ist vielleicht das Herzstück der Türenproduktion.

Seit 2008 ist das neue Hochregallager im Einsatz - ein Meilenstein in der Firmengeschichte.

Mit ihm ist es gelungen, den Fertigungsprozess so zu optimieren, dass nun die Türenproduktion bei gleichzeitig sinkenden Stückkosten erheblich ausgeweitet werden konnte.

Das Hochregallager wird nicht mehr von mehreren Angestellten verwaltet, sondern von einem IT-System gesteuert, das alle Wege in die Länge und Höhe (Das Hochregallager ist 25 m hoch !) speichert. Dabei stellt diese intelligente Software im Laufe einer Arbeitswoche fest, dass z. B. der Türenstapel XY möglicherweise besser an eine anderen Stelle gelagert werden sollte, um in den folgenden Arbeitswochen die Wegekosten des Greifersystems (Zeit, Energie, Verschleiß !) zu reduzieren. Am Wochenende oder bei Freischichten ordnet dann das Hochregallager seine Bestände entsprechend neu ein - ohne dass eine Person anwesend sein muss.

Damit ist es Jeld-Wen gelungen eine IT-Lösung zu finden, die selbständig Probleme erkennen und lösen kann - ein erste Stufe künstlicher Intelligenz !

Sehr interessant ist die Innovation auch unter den Gesichtspunkt einer Berufs- und Studienwahl (BuS) zu sehen: Solche Lösungen wie ein Hochregallager können nur entstehen, wenn mehrere Fachgebiete (Informatiker, Maschinenbauer, Kaufleute) bei der Entwicklung reibungslos miteinander arbeiten und kommunizieren - ein überzeugendes Beispiel für projektorientierte Teamarbeit.

In einer abschließenden Besprechungsrunde stellte Herr Michael Kopp noch einige Beispiele von Investitionsrechnungen vor, die uns einen Einblick in den Wettbewerb vermittelten, in dem sich JELD-WEN tagtäglich behaupten muss. Hr. Kopp selbst ist für Projektionen dieser Art mitverantwortlich und reist mehrmals im Jahr zu Standorten in ganz Europa - auch ein Beispiel für die zunehmende Globalisierung der Arbeitswelt.

Achim Wunderle bedankte sich anschließend für die freundliche und umfassende Information durch JELD-WEN - wir freuen uns schon auf die nächste Betriebserkundung !

Bilder...