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Im Ziel-Hafen eingelaufen

86 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten ihre Reifezeugnisse
Mit einem ökumenischen Gottesdienst und der Überreichung der Reifezeugnisse im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Barocksaal des fürstlichen Schlosses wurden 86 Abiturientinnen und Abiturienten offiziell aus dem Albrecht-Ernst-Gymnasium entlassen.
Unter dem Thema “Jetzt geht´s los - Seid bereit!“ hatten die Abiturienten den ansprechenden Gottesdienst selbst vorbereitet sehr eindrucksvoll gestaltet. „Aus dem gewählten Thema spüren wir ihren Tatendrang, das anzugehen, was vor Ihnen liegt. Freuen Sie sich auf die vielen Chancen, Gott ist bei Ihnen“, betonte Stadtpfarrer Ulrich Manz und Pfarrer Paul Sattler legte seiner Predigt die Segensverheißung an Abraham zugrunde. "Geht wie Abraham in das Neue und vertraut" rief er den Abiturienten zu und bekräftigte dies mit persönlichen Erfahrungen. "Du sollst ein Segen sein, das gilt auch euch, wenn ihr in eure Zukunft aufbrecht."
"Es siegte die Stärke" mit diesem zum Anlass passenden Stück aus Mozarts "Zauberflöte" eröffnete ein Quartett des Lk Musik den anschließenden Festakt im prunkvollen Barocksaal des fürstlichen Schlosses.
S.D. Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg begrüßte die Festgäste. Er gratulierte den Abiturienten zur Erlangung der Reifezeugnisse und forderte sie auf „Behalten Sie Ihre Neugier und bleiben Sie immer mit beiden Beinen auf dem Boden." 
Den Horizont zu weiten und möglichst Erfahrungen auch im Ausland zu sammeln, riet der Fraktionsvorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag, Georg Schmid, den Abiturienten in seinem Grußwort. "Sie leben in einer wunderschönen und spannenden Zeit, nutzen Sie sie!", verbreitete er Optimismus und forderte die Absolventen auch auf, sich für "dieses Land einzusetzen, denn es hat auch viel gegeben." Mit dem "Marsch der Priester" aus Mozarts "Zauberflöte", leitete das Schulorchester unter der Leitung von Petra Hanke zur Rede von Schulleiterin Claudia Langer über, in der sie die zurückliegenden dreizehn Schuljahre mit einer Schiffahrt auf dem "Schulschiff Albrecht-Ernst" verglich, das nun im Ziel-Hafen eingelaufen sei. Für eine erfolgreiche und störungsfreie Fahrt hätten sowohl die Verantwortlichen auf der Kommandobrücke sowie zahlreiche Lotsen und eine hervorragende Bordküche gesorgt. Sie erinnerte an die vielen "Beiboote, die das "Mutter-Schiff" in dieser Zeit erhalten habe, obgleich, das Hauptschiff an allen Ecken und Enden roste und einer gründlichen Überholung bedürfe. „Jetzt liegt die Entscheidung bei Ihnen, welchen Kurs sie weiterhin nehmen und welches Ziel sie ansteuern“, rief Langer den Abiturienten zu.
"Außerhalb des geschützten Heimathafens ist das Meer in jedem Fall unruhiger und stürmischer. Lassen Sie es nicht zu, dass der Mensch zum Objekt ökonomischer Zwänge degradiert wird! Melden Sie sich zu Wort! Kritisieren Sie nicht nur, wenn andere handeln, sondern handeln Sie selbst! Drehen Sie nicht das Fähnlein nach dem Wind, denn sonst verlieren Sie die Richtung! Haben Sie den Mut, auch gegen den Wind zu segeln, wenn es nötig ist!" Persönlich und im Namen der ganzen Schulfamilie wünschte die Schulleiterin den Abiturienten „für Ihre Zukunft allzeit eine gute, glückliche und erfolgreiche Fahrt, einen festen, ruhigen und sicheren Heimat-Hafen und als stets zuverlässigen Leuchtturm und Wegweiser in allen Stürmen und Gefahren Gottes Segen!“

Nach einem furiosen Concertino für Flöte und Orchester mit Theresa Schröttle als Solistin zeigten die zahlreichen Preise, wie erfolgreich der diesjährige Abiturjahrgang auch in der Breite war. Jeweils nur durch wenige Punkte getrennt erzielten gleich fünf Absolventen mit jeweils der Note 1,40 das beste Ergebnis. Mit großer Freude und Anerkennung überreichte S.D. Fürst Albrecht den Preis des fürstlichen Hauses deshalb an zwei Abiturienten. Lisa Heinschild und Florian Birnmeyer erhielten beide die 1972 erstmals von Fürst Alois vergebene Auszeichnung.
Für den Elternbeirat gratulierte Ute Vieting den Abiturienten und dankte der Schulleitung, dem Kollegium und allen Bediensteten für die hervorragende Arbeit, die sie in den zurückliegenden Jahren geleistet haben. Den Absolventen wünschte sie Freude und Entdeckergeist um ihre Zukunft aktiv gestalten zu können. Anschließend überreichte sie den Preis des Elternbeirates für das zweitbeste Abitur an Alexander Beck, Jürgen Schmid und Barbara Zech.
Eine Facharbeit zur schuleigenen Windkraftanlage im Fach Physik war so überragend, dass Andreas Brendel dafür mit dem Preis des „Industrie- und Wirtschaftsförderverbandes Bayerisches Ries“ durch dessen Vorsitzenden Peter Schiele, der als Stellvertreter des Landrats auch dessen Glückwünsche übermittelte, ausgezeichnet wurde.
Mit einem von ihm initiierten und erstmals vergebenen Preis gratulierte Bürgermeister Matti Müller persönlich und im Namen der Stadt Oettingen den Abiturienten zu ihrem großartigen Ergebnis und betonte die hohe Bedeutung des Ehrenamtes „Wir sind auf das Engagement Ehrenamtlicher angewiesen. Was man für die Allgemeinheit macht, macht man auch für sich selbst." Deshalb habe er einen Preis für ein besonderes ehrenamtliches Engagement ausgelobt. Für seinen Einsatz im Zusammenhang mit dem Jugendzentrum zeichnete er Lukas Kuhr als ersten Preisträger aus.
Eine weitere ausgezeichnete Facharbeit in Latein brachte Florian Brinmeyer den Preis des „Vereins der Ehemaligen und Freunde des A-E-G", der vom Vorstandsmitglied Friedrich Eberle überreicht wurde.
Aus den Händen von Wolfgang Knoll erhielt Florian Birnmeyer mit dem Preis des Altphilologenverbandes noch einen weiteren Preis für seine herausragenden Leistungen im Fach Latein.
Für seine außergewöhnlichen Ergebnisse im Fach Physik wurde Andreas Brendel von Sigurd Kneuse mit dem Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft geehrt und für sein hervorragendes Können und seine Zuverlässigkeit überreichte Musiklehrer Günter Simon Stefan Schneider den diesjährigen Musikpreis, der sein großartiges Können anschließend als Solist mit einer Konzert-Etüde für Trompete und Klavier eindrucksvoll aufzeigte, bevor die beiden besten Abiturienten Lisa Heinschild und Alexander Beck gemeinsam in ihrer Rede auf die vergangenen neun Jahre ihrer Gymnasialzeit zurückblickten. Sie erinnerten an die Neugier beim Start in der 5. Klasse, die zahlreichen Aktivitäten, die gute Gemeinschaft in der Kursphase, die bleibenden Eindrücke der Abiturfahrt und die anstrengenden Monate vor den Abiturprüfungen. Sie dankten allen, die sie während dieser Zeit begleitet haben. "Vielen Lehrern lag es am Herzen uns auf ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung vorzubereiten. Zu diesem Zweck zeigten sie uns die Bedeutung von eigenständigem Denken. Es reicht nicht, die Ideale der Aufklärung nur auswendig zu lernen. Vielmehr müssen sie verstanden und verinnerlicht werden. Wir haben aber auch erkannt, dass es keinem Menschen vergönnt ist, perfekt zu sein. Fehler zu begehen ist menschlich."
Nach meditativen Gedanken durch Gerhard Enzelberger und dem von Jakob Kress wundervoll gesungenen „I got plenty o´nuttin“, von George Gershwin erhielten die Abiturienten unter dem Beifall der Anwesenden dann ihre Reifezeugnisse überreicht. Neben dem Zeugnis bekamen sie selbstformulierte Wünsche der Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 6a und die schon traditionelle Schultüte, deren Inhalt sie immer an ihre Zeit am A-E-G erinnern wird.
Der Chor des Lk Musik setzte mit der gesungenen Einladung "Come again" einen passenden Abschluss der eindrucksvollen Feier und bildete gleichzeitig eine schwungvolle Überleitung zum anschließenden Abiturball.