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Gas? Neutralisierungsgas und ein stiller Alarm!

Klasse 9b zur Betriebserkundung bei der Raiffeisenbank Oettingen

Grau ist alle (Geld-) Theorie, richtig anschaulich wird es erst beim Besuch einer Bank, deren Geschäftsmodell immer noch der Zahlungsverkehr und die Geldanlage ist. Die lange geplante Bankerkundung wurde im Unterricht genau vorbereitet: In 4 Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten wurden von den SchülerInnen der 9b Fragen vorbereitet, die so im Unterricht nicht beantwortet werden konnten, aber von besonderem Interesse sind. Rechtzeitig vorher wurden diese Fragen an die Raiffeisenbank gemailt...

Freundlich begrüßt von Herrn Florian Sefranek und Bereichsleiter Herrn Alexander Kotz konnten die SchülerInnen in zwei Gruppen geteilt die Bank anhand von 3 Stationen (Tresorraum - Beratungsgespräch - SB-Bereich) näher kennenlernen. Offen zeigte sich uns die Tresortür der Raiffeisenbank Oettingen - nicht unbedingt überraschend, wenn man bedenkt, dass heute das Bargeld bei den täglichen Umsätzen immer mehr an Bedeutung verliert und immer mehr dem Electronic Cash weicht. Dennoch: Ganz bedeutungslos ist ein Tresor auch heute nicht, denn er beherbergt die vielen Schließfächer der Kunden. Sie stellen ein besonderes Dienstleistungsangebot für private Haushalte dar, die wichtige Dokumente (Testament!, KFZ-Zulassungsbescheinigungen etc.), vielleicht auch Wertgegenstände sicher verwahren wollen. Es ist sicher nicht verkehrt, auch Zweitschlüssel von KFZ dort zu verwahren, um Wohnungseinbrechern nicht auch noch die "Gratis-Heimfahrt" zu ermöglichen....

Noch diskreter ging es schließlich bei Empfehlungen zur Geldanlage im Zimmer von Kundenberater Paul Wunderle zu. Unsere Schüler wunderten sich zuerst über das derzeitig niedrige Zinsniveau auf Spareinlagen, erkannten dann aber schnell den Zusammenhang zwischen Risiko und Sicherheit (Einlagensicherung bei einer Geschäftsbank mit mindestens 100.000 €). Herr Wunderle beriet ein Schülerteam, wie es seine geerbten 20.000 € (Simulation) am besten in der Zukunft nach Risiko-, Rentabilitäts- und Liquiditätsgesichtspunkten verteilen könnte - also ein Vorgang, der für einige Schüler gar nicht allzu weit entfernt liegen dürfte.

Im SB-Bereich nehmen die Automaten eine immer größere Bedeutung ein: Ob Geldeinzahl-und -ausgabeautomat oder Kontoauszugsdrucker - auch Senioren stellen sich immer mehr auf die Erledigung von Routinegeschäften an SB-Terminals ein. Und hier zeigte sich der notwendige Fortschritt, mit dem eine Geschäftsbank Schritt halten muss: Die in letzter Zeit verstärkt zu beobachtende Methode der Sprengung von Geldausgabeautomaten (GAA) begegnen nun die Banken mit einer Aufrüstung ihrer GAA durch sogenannte Gassprengschutzsysteme: Eindringendes Gas wird durch Sensoren erkannt, mit einem neutralisierenden Gegengas wird eine Explosion unterbunden und überdies sogar sofort eine stiller Alarm abgesetzt. Gefälschte Geldscheine tauchen nur sehr selten auf und werden sofort bei der Hereinnahme vom Automaten separat abgelegt - die Polizei übernimmt das Weitere. Der früher hinter Panzerglas arbeitende Kassier gehört der Vergangenheit an - eine moderne Geschäftsbank erscheint eher wie ein offen zugängliches Großraumbüro.

Abschließend zeigte Herr Florian Sefranek eine typische Überweisung im Home-Banking -Verfahren - im Gymnasium so nicht simulierbar. Als ganz besonders sicher erkannten unsere Schüler den Chip-TAN-Generator, der aus blinkenden Lichtbalken am PC eine Transaktionsnummer (TAN) generiert, die Ganoven beim Überweisen keine Chance lässt.

Das Albrecht-Ernst-Gymnasium bedankt sich ganz herzlich für die vielen Informationen und die freundliche Bewirtung zum Abschluss der Betriebserkundung.

 

H. Neuhaus (Wirtschaft und Recht)

 

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