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Festliche Musik von großen Meistern

Stimmungsvolles Konzert in der St. Jakobskirche stimmte auf Weihnachten ein.


Ein Weihnachtskonzert ohne die festliche Stimmung, die die Musik des Barock verbreitet, ist nahezu undenkbar. Werke von vier  Großmeistern dieser Zeit standen deshalb auch in der St. Jakobskirche im Mittelpunkt, als die Schülerinnen und Schüler des Albrecht-Ernst-Gymnasiums das zahlreiche Publikum auf musikalisch auf Weihnachten einstimmten. Das Vororchester unter Leitung von Petra Hanke, eröffnete das Programm schwungvoll und zupackend mit dem Marsch aus „Judas Maccabäus), bekannt als „Tochter Zion“ von Georg F. Händel. Festlich ging es weiter mit dem Finale aus der „Wassermusik“ des Barockmeisters, den Beethoven als den „größten Komponisten, der je gelebt hat“ bezeichnete. Mit einem Abstecher in die Moderne und dem Stück „A Holly Jolly Christmas“ von Johnny Marks beschloss das Vororchester seinen Auftritt und es folgte mit Anna Klotz ein großes Geigentalent, das in Zukunft sicher noch für viel Aufsehen sorgen wird. Das Publikum war von ihrem Soloauftritt jedenfalls begeistert. Mit traumwandlerischer Sicherheit meisterte sie alle technischen Herausforderungen und Klippen, die das Vivace aus Georg Ph. Telemanns „12 Fantasien -Nr. 9 h-Moll“ für Violine solo bereithält.
Nach Händel und Telemann bot das große Schulorchester unter Leitung von Günter Simon das wohl bekannteste und beliebteste Weihnachtskonzert überhaupt. Vom Dirigenten sicher geführt, mit klarer Diktion und rundem, federndem Klang, spielten die jungen Musiker das Concerto grosso g-Moll, op. 6 Nr. 8 von Arcangelo Corelli. Man spürte die Sicherheit und Eingespieltheit des Ensembles. Mit viel klanglicher Abwechslung und spürbarer Leichtigkeit verbreitete sich so etwas wie akustisches Kerzenlicht in der St. Jakobskirche.
Es fehlte noch der vierte große Meister des Barock, Johann Sebastian Bach. Ihm war die „Königin der Instrumente“ vorbehalten. Ludwig Burger spielte an der Steinmeyer-Orgel Präludium und Fuge a-Moll, BWV 543. Das Werk zeigt Bach auf einer ersten Höhe seiner Meisterschaft. Meisterhaft auch das Spiel des jungen Organisten. Ludwig Burger gelang es die ungeheure Spannung des Präludiums aufzubauen, sie mit einem furiosen Pedalsolo aufzulösen um sie im Schlussteil erneut zu steigern. Leidenschaftlich auch seine Interpretation der Fuge. Mit herausragender Technik und geschickter Registratur entwickelt er die ganze Tragik des Werkes.
Als eine Referenz an den großen Bach gilt das „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns. Zunächst verströmte das Orchester unter der Leitung von Annegret Keller mit dem Prelude, das als wiegendes, Siciliano-artiges Pastorale angelegt ist, wohltuende, fast geheimnisvolle Wärme und Erwartung, die im befreiend jubelnden Schlusschor „Tollite hostias“ sich strahlend erfüllt. Ein Projektchor von Lehrern und Schülern erzeugten mit dem homophonen, in feiner, nuancierter Dynamik präsentierten Schlusschor wahrhaft festliche Stimmung und bei dem einen oder anderen Zuhörer sogar ein Gänsehaut-Gefühl.
Der fulminante Schlusschor bildete aber noch nicht den Abschluss des Konzertes. Diesen bildete die A-E-G BigBand unter Leitung von Tim Schauen mit vier Stücken, die einen modernen Kontrast zum bisher Gehörten bildeten, bevor das von allen Mitwirkenden gespielten und dem Publikum gesungenen Adventsklassikers „Macht hoch die Tür“ der Konzertabend würdig ausklang.