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Fast 100 Aussteller bei Projektwochenmesse

Die Fünftklässler stellten die Ergebnisse der Projektwoche ihren Eltern und Angehörigen vor

 

Wer sind eigentlich die Hummelwäscher? Welche erfolgreiche Schwimmerin des A-E-G belegte den zweiten Platz bei der Junioren-Europameisterschaft und stimmt es tatsächlich, dass im Nördlinger Rieskratermuseum ein echter Stein vom Mond steht? Diese und ähnliche Fragen zu beantworten: für die Schülerinnen und Schüler der fünften Jahrgangsstufe nach einer Projektwoche zum Thema „Unsere Heimat – das Nördlinger Ries“ kein Problem mehr! Und bei der Vorstellung der Ergebnisse während der Projektwochenmesse konnten Lehrer, Eltern und Angehörige viel von den Kindern lernen.

Aber von vorn: Nachdem die Fünftklässler einige Zeit vor der Arbeitsphase Ideen zum Inhalt des Projektes gesammelt hatten, zeichnete sich das Rahmenthema „Nördlinger Ries“ als geeignet ab, aus dem die sechs Untergruppen „Bekannte Sportler aus dem Nördlinger Ries“, „Geschichten, Mundart und Bräuche“, „Das Ries in Zahlen und Formen“, „Der große Knall – Geopark Ries“, „Römer im Ries“ sowie „Natur und Technik“ ausgegliedert wurden. Die für die jeweiligen Bereiche zuständigen Lehrer rührten in einer Informationsveranstaltung vor Weihnachten anschließend kräftig die Werbetrommel, um möglichst viele Kinder für ihr Thema zu begeistern. Und nach den Winterferien war es dann endlich soweit. Bücher, Ordner und Hefte blieben für fünf Schultage zu Hause auf dem Schreibtisch liegen, denn in dieser Woche fand kein Unterricht nach Stundenplan statt, sondern echte Projektarbeit.

Gruppe 1: Bekannte Sportler aus dem Ries

Dass Gerd Müller - einer der bekanntesten Fußballer Deutschlands und der wohl beste Stürmer aller Zeiten - aus Nördlingen stammt, das ist den meisten wohl bekannt. Doch nicht nur in der Vergangenheit gingen große Sportler aus dem Nördlinger Ries hervor, auch in der Gegenwart zeigen Sportler und Teams aus unserer Region in verschiedenen Sportarten national und international ihre Klasse. So kümmerte sich neben einem Team fußballverrückter Gerd-Müller-Fans eine andere Gruppe um den Wemdinger Kicker Marco Haller, der seit 2011 beim Zweitligisten VFR Aalen unter Vertrag steht. Geht es um bekannte Sportler aus dem Ries, dürfen die in dieser Saison sehr erfolgreichen Heli Girls Nördlingen natürlich nicht fehlen. Die Frauenbasketballmannschaft spielt seit 2008 in der ersten Bundesliga und lockt bei ihren Heimspielen regelmäßig bis zu 1000 Zuschauer an. Eine andere Gruppe interessierte sich für erfolgreiche Schwimmer aus unserer Heimat. Das Beste daran: Informationen erhielten die Schülerinnen aus erster Hand, denn mit der Elftklässlerin Elena Czeschner haben wir am A-E-G eine preisgekrönte Sportlerin in unserer Schulfamilie, die bei den Junioren-Europameisterschaften letztes Jahr für ihre herausragenden Leistungen mit einer Silbermedaille belohnt wurde. Und noch weitere erfolgreiche Sportler drückten einst bei uns die Schulbank. Der 24-jährige Sportschütze Michael Beutel aus Oettingen, Weltmeister und Gewinner der Paralympics, nahm sich Zeit, die Fragen der Schüler am Telefon zu beantworten.

Gruppe 2: Geschichten, Mundart und Bräuche

Mit volkstümlichen Besonderheiten des Ries’ beschäftigten sich die Schüler, die den Themenbereich „Unser Ries – Geschichten, Mundart und Bräuche“ gewählt hatten. In Gesprächen mit ihren Großeltern, Eltern und älteren Menschen aus ihrem Umfeld trugen die Jungen und Mädchen viele Informationen über die „Riaser Mundart“ und typische Sitten und Gebräuche ihrer Heimatregion zusammen. Auch recherchierten sie mit großem Eifer in der Fachliteratur. Dem Heimatpfleger Herbert Dettweiler, der sich einen Vormittag für die Schüler Zeit nahm, fragten sie „Löcher in den Bauch“. Dabei standen im Zentrum ihrer Recherchen u. a. Sagen und Geschichten aus dem Ries und deren Verbindung zu heute. So erfuhren sie durch die Auseinandersetzung mit der Sage „So G’sell so!“, warum am Löpsinger Tor in Nördlingen heute ein Steinschwein steht. Diese berühmte Sage setzten sie schließlich auch in einen sehr lebendigen Film um, in dem die Hauptrollen von Playmobil-Figuren gespielt werden. Näher befassten sich die Schüler zudem mit der Nördlinger „Hexe“ Maria Holl. Der „Rieser Kittel“, die Unterschiede zwischen evangelischen und katholischen Trachten und Traditionen wie das „Weihnachtsbom g’schuba“ oder Feste wie das Stabenfest in Nördlingen standen ebenfalls im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen. Mit einer Umfrage in der Stadt Oettingen überprüften die Schüler die „Riaser-Kenntnisse“ der Oettinger. Dabei fragten sie diese nach Dialekt-Begriffen wie „Dreiba“, „Biagoddla“, „Kabuff“ und „Rabbagschumi“ und waren überrascht, wie wenige damit noch etwas anfangen konnten.

Gruppe 3: Das Ries in Zahlen und Formen

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie hoch der Turm der St. Jakob-Kirche in Oettingen ist, welche Stadt im Ries die höchste Einwohnerzahl hat oder wie lang die Wörnitz von der Quelle bis zu ihrer Mündung ist, der war in der Gruppe „Das Ries in Zahlen und Formen“ richtig aufgehoben. Im Laufe der Woche wurden einige Daten in Erfahrung gebracht, Zählungen vorgenommen und die gewonnenen Informationen in geeigneten, anschaulichen Diagrammen umgesetzt.

Gruppe 4: Der große Knall – Geopark Ries

Der am besten erhaltene Meteoritenkrater Europas war eine Woche lang das Untersuchungsgebiet von sieben Gruppen eventuell angehender Geologen. Während sich einige Schüler mit der Entstehung des Kraters beschäftigten, nahmen andere das bei der kosmischen Katastrophe entstandene Gesteine Suevit und das Trümmergestein Bunte Breccie genauer unter Lupe. Gleichzeitig gingen einige Kinder den interessanten Fragen nach, ob so ein Ereignis noch einmal passieren könnte und wo es weltweit vergleichbare Meteoriteneinschläge gibt. So wurden in den ersten Tagen thematische und physische Faustskizzen gezeichnet, Karten ausgewertet sowie in Büchern und im Internet gestöbert. Fähigkeiten beim Kochen und Backen legte hingegen die Gruppe „Geopark kulinarisch“ an den Tag, die es der gleichnamigen Initiative gleich tat und der schleichenden Verarmung der regionalen Rieser Küche mit selbst gebackenen – und äußerst leckeren - Apfelküchle entgegenwirkte. Ein weiteres Highlight stellte am Mittwochvormittag der Besuch des Rieskratermuseums in Nördlingen dar. Bewaffnet mit Schreibblock, Stiften, Kameras und iPads lauschten die Schüler den kompetenten und kindgerechten Erklärungen des Museumspädagogen und stellten ihre Fragen, die in den ersten beiden Tagen während der Informationsrecherche aufgetreten waren.

Gruppe 5: Römer im Ries

Im Rahmen des Leitfaches Latein befassten sich die Schüler mit dem Thema „Die Römer im Ries“. Sie fanden heraus, wie die Menschen zu Römerzeiten in der Provinz wohnten, wie sie ihren Alltag gestalteten, welche Gottheiten sie verehrten, was der Limes war und wie die römischen Soldaten im Nördlinger Ries lebten. Nach einer Woche fleißiger Recherche und Arbeit präsentierten die Schüler schließlich Plakate, ein kleines Theaterstück und selbst gebastelte Modelle einer villa rustica, eines germanischen Landhauses, eines Kastells, eines Limesabschnittes und einer Therme. Auch nachgestellte alltägliche Dinge aus der Römerzeit wie Bekleidung, Schminke, Schmuck, Spiele oder eine Süßspeise konnten bestaunt und probiert werden.

Gruppe 6: Natur und Technik im Ries

Die Projektwoche zeigte eindrucksvoll, zu welchen naturwissenschaftlichen Höchstleistungen Kinder in der fünften Jahrgangsstufe fähig sind, wenn man ihnen gestattet, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die fernab des Lehrplans das Interesse der Schülerinnen und Schüler ansprechen. Keine andere Projektgruppe konnte mehr Teilnehmer für sich gewinnen, was zum wiederholten Mal belegt, dass im Bereich Natur und Technik Kernfragen kindlicher Neugier beantwortet werden. So lieferte die mit 22 Teilnehmern erfreulich große Projektgruppe „Natur und Technik im Ries“ überwältigende Ergebnisse in den Themen Aufbau und Funktion eines Wasserkraftwerkes an der Wörnitz, eine Biogasanlage als alternative Rohstoffquelle, Veränderung der Rieser Tierwelt durch die Römer sowie typische Nutz- und Wildtiere im Nördlinger Ries. Nicht nur die Schüler der anderen Gruppen, auch die betreuenden Fachlehrer waren begeistert über den Ideenreichtum und die Schaffenskraft der Schülerinnen und Schüler. Die Modelle eines Wasserkraftwerkes sowie einer Biogasanlage werden sicher auch in Zukunft als Anschauungsmaterial in anderen Klassen und Jahrgängen zum Einsatz kommen.

 

Mit den Präsentationen am Freitagvormittag vor den Mitschülern und Lehrern war die Projektwoche jedoch noch nicht abgeschlossen, denn auch die Eltern und Angehörigen konnten sich an einem Abend selbst von den Leistungen der Kinder überzeugen. Selbstbewusst, witzig und souverän begrüßten Sophie Nothegger und Michael Sporer, beide aus der Klasse 5d, die zahlreichen Gäste und erklärten den Ablauf des Abends, der in Form von Messeständen realisiert wurde. Die Eltern hatten so die Möglichkeit, verschiedene Gruppen zu „besuchen“ und die Ergebnisse zu bewundern. Und wer vom Zuhören hungrig wurde, konnte sich am Verkaufsstand der SMV mit Getränken, Kuchen und Schnittchen wieder stärken. Dank der großzügigen Spendenbereitschaft der Eltern und Lehrer kam außerdem ein stattlicher Betrag für den LKW-Fahrer unserer Rumänienpakete zustande, dessen Wagen auf dem Weg nach Oberwischau mit einem Motorschaden liegen blieb.

Am Ende einer arbeitsintensiven Woche, in der sich die Kinder nicht nur eine Menge Wissen angeeignet haben, sondern auch Fertigkeiten wie Team-, Kommunikations-, Recherche- und Präsentationsfähigkeit weiter ausgebaut haben, waren sich alle einig: Diese Art von Unterricht hat auch eine Menge Spaß gemacht.

Ach übrigens: Mit den Hummelwäschern sind die Hainsfarther gemeint, die erfolgreiche Schwimmerin heißt Elena Czeschner und ja, im Nördlinger Rieskratermuseum steht tatsächlich ein echter Stein vom Mond. Wieder was gelernt!

 

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