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Fachsitzung im "Paradies"

Religionslehrer und Historiker besuchen gemeinsam außerschulischen Lernort!

Im sogenannten "Paradies", dem Platz vor dem Heidenheimer Münster, begrüßte Dekan Klaus Kuhn die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaften Religion und Geschichte, die sich das "Kleinod im Herzen des Hahnenkamms" für eine gemeinsame Fachsitzung ausgesucht hatten. Die Exkursion sollte auch dazu dienen, Möglichkeiten für fächerübergreifende Themen an diesem außerschulischen Lernort, der noch dazu in räumlicher Nähe zu Oettingen liegt, auszuloten.

Religion und Geschichte sind an diesem Ort untrennbar miteinander verbunden, was die fünf Figuren auf dem steinernen Hochaltar belegen.

Sie nahm Dekan Kuhn als Ausgangspunkt seiner Führung. Eingerahmt von Bonifatius und seinem Schwager Richard von England, stehen dort dessen Kinder Willibald, Wunibald und Walburga.

Um 719 waren sie, auf ihr Erbe verzichtend, erstmals aus England nach Rom aufgebrochen, wo sie später von Bonifatius nach Bayern gesandt wurden.
Nach einigen Jahren als Prediger in Mainz, zog es Wunibald aus Angst um sich und seine Mitbrüder wegen des vielen Weines, der dort getrunken wurde, fort.

In Heidenheim erwarb er aus eigenen Mitteln ein Grundstück und gründete darauf 752 ein Benediktinerkloster. Heidenheim war somit zum Missionsstützpunkt geworden, führte Dekan Kuhn aus.

Die erfolgreiche Missionstätigkeit setzt nach seinem Tod 761 seine Schwester Walburga fort. Sie übernahm die Leitung des Klosters und machte es zum ersten und einzigen angelsächsischen Doppelkloster auf dem europäischen Festland. Das Leben der beiden Persönlichkeiten ist hervorragend belegt, denn nach dem Tod Walburgas 779 wurde es von einer Nonne aufgezeichnet. Die wertvollen Texte befinden sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek.

Das romanische Münster, so erläuterte Dekan Kuhn den Gästen, entstand im 12. Jahrhundert. Man nahm die Grundform eines Würfels, dessen Länge man für die Seitenschiffe halbierte, wodurch der Grundriss einer Kreuzform gleicht. Während der nördliche Teil mit Nürnberger Buntsandstein errichtet wurde, baute man den südlichen Teil mit Suevit, so diente das Heidenheimer Münster als "Versuchsobjekt", für den Bau der Nördlinger St.Georgskirche.

Seit 1533 wird das Münster von der evangelischen Gemeinde genutzt. Die Nutzung der Klostergebäude allerdings sei allerdings umstritten, so Dekan Kuhn. Wie so oft, sind es die finanziellen Lasten, die sich niemand aufladen möchte. Deshalb haben Marktgemeinde und evangelisches Dekanat ein gemeinsames Nutzungskonzept erarbeitet um die Klostergebäude mit neuem Leben zu erfüllen. "Es soll eine Stätte der Begegnung und Bildung entstehen," erläuterte Dekan Kuhn den Schwerpunkt des Konzeptes, während des Rundganges durch Kreuzgang, Klosterhof und Kapitelsaal.

Zum Abschluss dankten die Fachbetreuer Pfarrer Paul Sattler und Klaus Kögel Dekan Kuhn im Namen aller für die eindrucksvolle Führung, bevor die beiden Fachschaften ihre Sitzungen dann im Café Hahnenkamm fortsetzten.

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