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Europa wächst zusammen!

Bericht über das 3. Comenius-Projekt-Treffen in Kozieglowy/Polen

 

„Wir fahren nach Lodz!“ Anders als im Schlager von Vicky Leandros sind wir jedoch nur daran vorbei gefahren!

Wir – das sind sechs Schüler des A-E-G Oettingen mit zwei Begleitlehrern, Herrn Karrer und Frau Sieben. Im Rahmen des aktuellen Comeniusprojektes verbrachten wir eine Woche in Koziegłowy, einer Kleinstadt im südlichen Polen, in der Nähe von Kattowitz.

Comenius ist ein von der europäischen Union gefördertes Programm zur interkulturellen Jugendbegegnung. Am Projekt mit dem Namen „Konflikt und Konsens – Methoden zur Gestaltung einer europäischen Zukunft“ beteiligt sich jeweils eine Schule aus Portugal, Schottland, Polen und Deutschland. Im vergangenen Jahr fanden bereits Treffen in Oettingen und Portugal statt, von denen sich einige Schüler dann beim Treffen in Polen bereits kannten.

Vom 22. - 28. Februar wohnten wir bei unseren polnischen Gastfamilien, die uns alle herzlich aufnahmen. An unserem ersten Schultag wurden wir Gastschüler noch einmal von der Schulleitung und den Schülern begrüßt. Am Nachmittag stand dann eine Stadtrallye durch Koziegłowy auf dem Programm. Dabei besuchten wir auch einen ansässigen Künstler in seinem Atelier.

Am nächsten Tag erlebten wir das Highlight der Woche – den Ausflug in die Hauptstadt Polens: Warschau, oder Warszawa, wie sie auf Polnisch heißt. Nach vierstündiger Busfahrt kamen wir dort an. Unser erster Stopp war das polnische Parlament, ein sehr großer und prunkvoller Gebäudekomplex aus älteren und neueren Gebäuden. Bei der Führung lernten wir sehr viele interessante Details über das Gebäude selbst wie auch das Staatssystem Polens kennen.

Danach besichtigten wir das Warschauer Königsschloss, ein von innen wie auch von außen beeindruckender Bau. Beeindruckend ist auch seine Geschichte: Während des Zweiten Weltkrieges wurde dieses Schloss komplett zerstört. In den 1970er und 1980er Jahren wurde das Schloss jedoch wiederaufgebaut, genauso wie die gesamte Altstadt Warschaus. Nach der Schlossbesichtigung konnten wir noch in Kleingruppen die Stadt besichtigten. Wir sahen Denkmäler, die z.B. an den Warschauer Aufstand gegen die deutschen Besatzer im Jahre 1944 erinnern, den Platz von Willy Brandts berühmten „Kniefall“ von 1970 und vieles mehr. Warschau ist eine beeindruckende Stadt.

Aber: Für den Lohn muss man auch arbeiten. So stand in den folgenden Tagen das Debattieren und dabei vor allem die Vorbereitung auf die finale Showdebatte im Vordergrund. Diese Debatten sollten dann im Rathaus der Stadt gehalten werden. Dafür bereiteten wir deutschen Schüler Workshops über die Grundlagen und Bewertung der Debatten vor. Da die Schüler aus Portugal bereits mit Debatten vertraut waren, konnten uns diese gut dabei unterstützen. So wurden die beiden finalen Debatten in Anwesenheit des Bürgermeisters von Koziegłowy – sowohl die in deutscher als auch in englischer Sprache – ein voller Erfolg.

Nachdem das geschafft war, durften wir uns noch kreativ beim Workshop „Valley of Aspen“ austoben. Dabei verwendeten wir dünne Holzspäne, um Schmuck herzustellen. Aus Holzspänen Tiere, Christbaumkugeln oder andere Gegenstände zu machen ist eine Besonderheit von Koziegłowy.

Am Tag unserer Abreise veranstalteten wir noch einen „Comenius-Day“ an der Schule. Dabei standen witzige und interessante Aktivitäten auf dem Plan. Jedes Land präsentierte traditionelle Tänze. So durften wir beispielsweise im Dirndl auftreten, die polnischen Schüler brachten uns eine Polonaise bei und die Schotten zeigten uns ihren flotten Volkstanz. Kochen, Singen, Tanzen und lustig sein war das Programm.

Soweit das offizielle Programm. Natürlich unternahm jeder einzelne von uns noch ein individuelles Programm mit seiner Gastfamilie und seinem Austauschschüler. Intern bildeten sich je nach Freundeskreis gemischte Gruppen, sodass nicht immer nur „die Deutschen“ etwas zusammen unternahmen. Durch diese individuellen Unternehmungen hatte man noch einmal die Chance, die Schüler aus den anderen Ländern – Schotten, Portugiesen und Polen -  kennen zu lernen und mehr über sie zu erfahren.

So können wir nach unserer Reise sagen: Der interkulturelle Austausch war ein voller Erfolg!

Ellen Wimmer, Hanna Meier, Vanessa Beck

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