Sie sind hier: Startseite / News / Euro-Krise und kein Ende?

Euro-Krise und kein Ende?

Eine Analyse der BNP-Paribas - vorgestellt von Christopher Blake in der Sparkasse Donauwörth/Niederlassung Oettingen

 

Euro-Krise - Finanzkrise 2008 - Griechenland C-Rating - Schuldenquote - GIIPS-Staaten – Ratings - allesamt große inhaltliche Herausforderungen für den Grundfachkurs WR in der Q12. Die theoretische Behandlung des Themas im Unterricht verlangte schon einige Konzentration (Geldarten und -schöpfung, Zins- und Mengentender, feste und flexible Wechselkurse, Geldordnung im Eurosystem usw.) - die Entwicklungen auf den Geld- und Kapitalmärkten aber machten anders als in den "ruhigen" Jahren zuvor einen breiten Unterrichtsexkurs in die Praxis der Geld- und Finanzpolitik notwendig, der mit dem Vortrag des Kollegiaten Christopher Blake seinen Abschluss und Höhepunkt fand.

Im Grundfachkurs Wirtschaft und Recht werden mündliche Leistungen auch durch die Übernahme der Vorbereitung und Durchführung von Betriebserkundungen erbracht. Vor diesem Hintergrund nahm Christopher Blake die Anregung des Kursleiters Herbert Neuhaus auf, in der Sparkasse Donauwörth - Niederlassung Oettingen einen Vortrag zum Thema "Die Staatsschuldenkrise im Euroraum unter besonderer Berücksichtigung der BNP-Paribas" mit anschließender Diskussion zu halten. Der Veranstaltungsort wurde bewusst in den Schulungsraum der Sparkasse gelegt, um so auch die Geld-Experten der Bank mit einbinden zu können.

Die BNP-Paribas ist eine französische Großbank mit einem in den letzten Monaten stark gesunkenen Börsen-Kapitalwert, der Aktienkurs sank innerhalb eines Jahres von 55 € auf 35 € besonders deshalb, weil die BNP-Paribas erhebliche Anteile von risikobehafteten Wertpapieren aus den GIIPS-Staaten (GR, I, IRL, Portugal, ESP) im Umlaufvermögen hatte. Der Kollegiat Christopher Blake konnte mit einer knapp und übersichtlich gehaltenen Präsentation Ursachen und mögliche Folgen der Geschäftspolitik, speziell des Risikomanagements überzeugend darstellen.

In der anschließenden Diskussion, unter Leitung von Herrn Gerhard Abtmayr und Herrn Josef Ruf, wurden Geld- oder Kapitalanlagen vorgestellt, die heute für die Studentengeneration sinnvoll sein könnte, um sich nicht ähnlichen Risiken wie denen einer Anlage in Aktien der BNP-Paribas auszusetzen. Herr Abtmayr stellte die Einlagensicherungs-Systeme der Deutschen Sparkassen und der Geschäftsbanken vor. Bei den Sparkassen sind sämtliche Kundeneinlagen (unbegrenzte Höhe) im Falle eines Konkurses gesichert, bei den Geschäftsbanken sind Einlagen bis maximal 100.000 € je Kunde geschützt. Anlagen, wie Festgeld, Sparbrief, Inhaberschuldverschreibungen bilden die Basis jeder Vermögensanlage. Sicherheit geht hier vor. Herr Ruf empfahl besonders eine Streuung von Geldbeträgen in mehrere Anlagebereiche, kurz- und mittelfristig in Spareinlagen und festverzinslichen Wertpapieren, und auch in Aktien mit langfristigem Anlagehorizont und höherer Risikobereitschaft. Die Aktien, so Herr Ruf, würden gerade wieder entdeckt, da sie ja Sachwerte darstellten. Vielleicht hat ja aus diesem Grund der DAX in letzter Zeit wieder deutlich zugelegt.

Die Frage nach der „richtigen Geldanlage“ hängt wesentlich von den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont (Anlagedauer) und der individuellen Risikoneigung ab – die globalisierte Welt verlangt nach immer flexibleren jungen Arbeitskräfte, deren Zukunft nicht selten im (außereuropäischen) Ausland liegen wird.....  so flexibel wie die persönliche Vermögensanlage.

 

Herbert Neuhaus

 

Bilder...