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Wohltuendes "Entschleunigungsprogramm" beim Personalausflug

Der diesjährige Ausflug führte an den "König-Ludwig-Kanal" und das "Schmuckkästlein" Berching

 

Zwei Meisterwerke der Ingenieurskunst aus dem 19. und 20. Jahrhundert bildeten die Ziele des diesjährigen Personalausflugs.
 
In der Geschichte wurde mehrmals versucht eine schiffbare Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer herzustellen, der erste ist schon mehr als 1200 Jahre her. Im Jahre 793 wurde bei Treuchtlingen im Auftrag von Karl dem Großen ein erster Kanal ausgehoben. Dieser ist heute als Karlsgraben oder Fossa Carolina bekannt und verlief zwischen Fränkischer Rezat und der Altmühl über die europäische Wasserscheide.
Allerdings erst im Jahr 1825 begann der endlich erfolgreiche Versuch, dessen Ergebnis der Ludwig-Donau-Main Kanal war. Ludwig I., König von Bayern beauftragte Heinrich Freiherr von Pechmann mit der Planung des Kanals. Im Jahr 1836 begann der Kanalbau und wurde innerhalb von 10 Jahren vollendet. Es entstand ein 172 km langer Kanal zwischen Kelheim und Bamberg mit 100 Schleusen. Die noch erhaltenen "Treidelwege" entlang des König-Ludwig-Kanals, auf denen die Schiffe einst von Pferden vorwärtsgezogen wurden, sind heute beliebte Wander- und Radwanderwege.
Seit 1996 betreibt Hans-Georg Luber mit seinen stattlichen süddeutschen Kaltblutpferden das traditionelle „Treideln“ wieder ab der einzig erhaltener alten Schleusung Nummer 25 bei Mühlhausen im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. Dort bestiegen die Mitglieder des A-E-G Kollegiums die „Alma Viktoria“ und genossen ein wohltuendes Entschleunigungsprogramm bei herrlichem Spätsommerwetter und einer lärm- und abgasfreien Fahrt durch ein eindrucksvolles Biotop auf dem stillen Wasser einer der wenigen noch erhaltenen Teilstrecken des „alten Kanals“.
Fast 50 Prozent des Verlaufs des Ludwigkanals wurden bei der Planung des neuen Rhein-Main-Donau Kanals etwa 150 Jahre später übernommen. Unmittelbar an der alten Stadtmauer von Berching fließt der neue, 44 Meter breite und 4,50 Meter tiefe Kanal in seinem künstlichen Bett vorbei. Dieser unbedingt sehenswerte Denkmalort im Naturpark Altmühltal bildete die zweite Station der Reise.
Kaum eine andere Stadt Bayerns besitzt ein so geschlossenes, unverändertes mittelalterliches Stadtbild, das die Mitglieder des Kollegiums im Rahmen einer interessanten Stadtführung erkundeten.   
Am oberen Torturm, direkt neben dem Kanal, betrat die Gruppe, vorbei am Pflasterzollhaus, das beeindruckende „Wohnzimmer“ der Stadt, die für viele überraschend, früher durch Weinanbau und –handel zu großem Reichtum gekommen war. Die Spuren der reichen Weinhändlerfamilien sind heute noch im Stadtbild sichtbar. Nach dem Wein hielt die Kunst des Bierbrauens Einzug in die Stadt. Von ursprünglich 14 Brauereien produzieren mittlerweile noch zwei den würzigen Gerstensaft, allerdings gehört auch die den Männern zustehende Tagesration von vier bis fünf  Maß der Vergangenheit an.
Dass es einstmals auch zahlreiche „zänkische Weiber“ in Berching gegeben haben muss, erfuhr die Gruppe am „Frauenturm“, vor dem diese an den Pranger gestellt wurden. Gleichzeitig stellte dieser Turm eine Art „mittelalterliches Frauenhaus“ dar, in dem es nach alten Aufzeichnungen aber auch nicht immer friedlich zugegangen sein dürfte.
Im ältesten Teil Berchings führte die Stadtführung an der romanischen St. Lorenzkirche vorbei und vor der barocken Stadtpfarrkirche fand ein origineller Bibelgarten das Interesse der Oettinger, die von der durchdacht und liebevoll erhaltenen und gestalteten Stadt, die sich als wahres Schmuckkästlein präsentierte, sichtlich beeindruckt waren.
Das hervorragende Abendessen im „Schwalbenstadl“ bildete dann den kulinarischen Höhepunkt und gleichzeitig den Abschluss des gelungenen Personalausflugs.