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Eintauchen in eine fremde Kultur

Der ehemalige Schüler Marius Trollmann berichtete von seiner Reise nach Indien

 

Eben noch selbst als Schüler die theoretischen Grundlagen zur Entstehung des indischen Monsuns gelernt, ein Jahr später schon mittendrin: Nach dem erfolgreich bestandenen Abitur am A-E-G stieg Marius Trollman im August des vergangenen Jahres in den Flieger ins ferne Indien, genauer gesagt nach Kerala, einem Bundesstaat im Südwesten des Landes. Sechs Monate später, nach einer aufregenden Reise und voller neuer Eindrücke erzählte er dem Q12-Geokurs von seinen abenteuerlichen Erlebnissen.

Alles begann in seiner Heimatstadt Wemding, wo Marius einen indischen Priester des Ordens SFS (Heiliger Franz de Sales) kennenlernte, der fünf Jahre lang im Ries wirkte. Kurzerhand lud dieser ihn zur Reise nach Indien ein, wie ein paar Jahre zuvor schon Julia Deinzer, ebenfalls eine Ehemalige des A-E-G. Der Orden SFS betreibt in Ettumanoor eine öffentliche Schule mit einem angeschlossenen Junior College, in dem Marius als Vertretungslehrer unterrichtete. Hier konnte er nicht nur den indischen Alltag hautnah erleben und seine Fähigkeiten als Lehrer austesten, sondern auch einige besondere Feste mitfeiern. So erwarteten Marius beim zehntägigen Erntefest Onam, dem Independence Day und zahlreichen weiteren Festen farbenfrohe Spektakel mit traditioneller Musik, Tänzen und Spielen.

Sehr anschaulich und unterhaltsam berichtete Marius während seiner Präsentation vom intensiven Geruch des nahen Fischmarktes bei tropischen Temperaturen, vom anstrengenden dreistündigen Waschen der Kleidung per Hand, den Müllbergen am Straßenrand, von chaotischen Straßenverhältnissen, den leckeren Curries und vom würzigen Masala-Tee. Marius geriet regelrecht ins Schwärmen, wenn er von eingelegten Chillies, Maisfladen, Reis und der kartoffelähnlichen Tapioka – alles traditionell auf Bananenblättern serviert -  erzählte. Gut sei ihm das Essen bekommen, an das feuchtwarme Klima habe er sich schnell gewöhnen können und sogar das traditionelle Beinkleid der indischen Männer, den Dhoti, könne er nun binden. Wenn er „als einziger Europäer weit und breit“ in den indischen Städten unterwegs war und von den Einheimischen um Selfies gebeten wurde, habe er sich manchmal „wie ein Rockstar“ gefühlt. Einblicke gewährt Marius auch in das indische Kastensystem und den Hinduismus, die ihm nach eigenen Angaben aber noch immer ein Rätsel seien.

In den Schulferien und nach seinem Einsatz als Vertretungslehrer in Ettumanoor hatte Marius genügend Zeit zum Reisen. Zwei seiner Touren stellte er genauer vor. Beeindruckt zeigte er sich vor allem von Munaar im Hochland der Nilgiri-Berge, bekannt für seine Tee- und Gewürzplantagen. Hier unternahm er eine Trekkingtour und erfuhr Allerlei über die Herstellung des berühmten indischen Tees. Die fünfstündige Anreise für nur 100 Kilometer hatte sich also definitiv gelohnt! Weniger der Tee, sondern der Fischfang steht hingegen in der bedeutendsten Hafenstadt Keralas, in Kochi, im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses. Die berühmten chinesischen Fischernetze an schweren Holzkonstruktionen entlang der Küste werden bereits seit dem 13. Jahrhundert genutzt und gelten als beliebte Sehenswürdigkeit.

Leider vergingen die 90 Minuten viel zu schnell, sodass wir Zuhörer nur einen Teil der über 8000 Fotos bewundern konnten. Einen nützlichen Reisetipp gab Marius am Ende den Zwölftklässlern für eine Reise ins ferne Indien aber noch mit auf den Weg: immer Toilettenpapier dabei haben! Na dann: Abi bestehen und auf nach Indien!

 

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