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Eine erfolgreiche Premiere

74 Abiturientinnen und Abiturienten des G8 erhielten ihre Reifezeugnisse

"Wünsche-Träume -Erwartungen", unter diesem Thema stand der feierliche ökumenische Gottesdienst, der am Anfang der Verabschiedung des ersten G8 Jahrganges A-E-G stand. Mit der anschließenden Überreichung der Reifezeugnisse im Rahmen eines Festaktes im Barocksaal des fürstlichen Schlosses wurden dann die 74 Abiturientinnen und Abiturienten offiziell aus dem Albrecht-Ernst-Gymnasium entlassen.
"An so einem Tag nehmen wir die drei Dimensionen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick und verbindet sie mit Dankbarkeit, Freude und Hoffnung, auch gegenüber Gott, der diese drei Dimensionen umgreift", betonte Stadtpfarrer Ulrich Manz in seiner Begrüßung und  Pfarrer Paul Sattler legte in seiner Predigt die Geschichte des Kämmerers aus Äthiopien als Weggeschichte aus. "Auch ihr seid an einer Schwelle des Lebens, wo ihr fröhlich hinausziehen könnt in euer Leben, wie der Kämmerer und ihr könnt vertrauen, dass ihr bei allem was ihr tut, von einem Höheren begleitet werdet."


Passend zu Anlass und Ort eröffnete das Schulorchester unter Leitung von Petra Hanke mit einer "Festmusik" von Georg Friedrich Händel den Festakt im prunkvollen Barocksaal des fürstlichen Schlosses.
In Vertretung S.D. Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg begrüßte Domänendirektor Dr. Eberhard Lasson die Festgäste, unter ihnen auch Landrat Stefan Rößle. Er gratulierte den Abiturienten zur Erlangung der Reifezeugnisse und stellte fest: "Sie haben als Pioniere ihre Gymnasialzeit durchlebt!" Obwohl Bildung Staatsaufgabe sei, nütze ohne Bildungsbereitschaft, Eigeninitiative und Durchaltevermögen der Jugendlichen auch die beste Politik nichts. Für die Zukunft wünschte er allen besonders Stehvermögen und dass sie den Erfolg immer in den Kontext des "Wozu" und "Warum" stellen und nie als Selbstzweck sehen mögen.

Landrat Stefan Rößle hatte sich für sein Grußwort vorgenommen "nur zu loben und keine guten Ratschläge oder Belehrungen zu erteilen".  Er hielt sich auch daran und lobte die Abiturienten dafür, wie gelassen und überaus erfolgreich sie das "Abenteuer G8" gemeistert haben und er lobte die Eltern für deren Unterstützung. "Lassen wir unseren Kindern den Freiraum, den sie brauchen, damit die Menschheit sich weiter entwickeln kann, denn es wäre fatal, wenn alle Kinder so würden wie die Eltern", stellte Rößle fest. In sein Lob und den Dank schloss er auch die Lehrer am A-E-G ein, denn sie "haben den Schülern diesen Freiraum gegeben und gemäß dem Philosophen Heraklit gehandelt, der sagt, Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen. Aber auch wir haben unsere Sache nicht schlecht gemacht", lobte Rößle zum Schluss auch den Landkreis als Sachaufwandsträger, der am A-E-G viel auf den Weg gebracht habe.
Mit einer Sonate von Johann Christoph Pepuschder erfreute die Flötistin Theresa Ulbricht das Publikum und leitete zur Rede von Schulleiterin Claudia Langer über, in der diese die letzten acht Jahre als "Erstbesteigung des G8-Gipfels" beschrieb. Auf dem Klettersteig habe es einige Unwägbarkeiten gegeben, nicht zuletzt dadurch, dass das kultusministerielle Kartenmaterial oft kurzfristig geändert wurde. Aber auch ‚literarische Geröllfelder’,  ‚grammatikalisches Regelgewächs’ oder gar ‚mathematisches und physikalisches Wurzelgestrüpp’ machten für manche den Aufstieg beschwerlich. Aber mit den erfahrenen A-E-G ´Bergführern` und zahlreichen fleißigen Helfern gelang es schließlich allen 74 Kletterern auch die letzte Steilwand hin zum Abiturgipfel zu überwinden. "Bei Ihrer acht-jährigen Bergtour im A-E-G-Massiv haben Sie mit den verschiedensten Bergführern trainiert, die Ihnen – abgesehen von den vorgegebenen Wissensinhalten – auch die notwendigen Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen für Ihre weiteren Bergtouren vermittelt haben", so Langer weiter. Sie wünschte den Abiturienten auf Ihrer Lebensbergtour viel Mut und Selbstvertrauen, "dass Sie sich Ziele setzen, deren ‚Gipfel’ für Sie auch erreichbar sind sowie die nötige Ausdauer, zuverlässige Bergführer und treue und ehrliche Wegbegleiter! Ich hoffe, dass unsere Schule dazu beigetragen hat, Sie zu Menschen mit Charakter zu erziehen, die nicht nur an sich, sondern auch an ihre Mitmenschen denken und die Verantwortung in Staat und Gesellschaft übernehmen."

Nach dem das Orchester den schwungvollen "Tango El Choclo" von A.G. Villoldo wurden zahlreiche Abiturienten für besondere Leistungen geehrt. Eigentlich sei der ganze Jahrgang zu ehren, schließlich haben fast ein Drittel der Absolventen eine "Eins" vor dem Komma, meinte Dr. Eberhard Lasson, der im Namen S.D. Fürst Albrecht dem Abiturienten Jonathan Rodrian für das beste Abitur mit einem Notendurchschnitt von 1,10 den Preis des fürstlichen Hauses überreichte und herzlich zu dieser großartigen Leistung gratulierte.
Die Glückwünsche des Elternbeirats überbrachte den Abiturienten die Vorsitzende Simone Feldmeier und versicherte ihnen, dass Investition in Wissen immer noch die beste Dividende erbringe. Anschließend überreichte sie den Preis des Elternbeirates für das zweitbeste Abitur an Simeon Rodrian, der die Note 1,20 erreicht hat. Julia Deinzer, Lina Edelmann, Sven Hertle, Johannes Lebschi, Tatjana Schuster und Jana Wiedenmann haben alle mit dem Durchschnitt 1,30 abgeschlossen und wurden vom Elternbeirat jeweils für das drittbeste Abitur geehrt.
Für seine herausragende Seminarbeit zum Thema "Kryptografie und Codierung" wurde Sven Hertle von Landrat Stefan Rößle mit dem Preis des "Wirtschaftsförderverbands Donau-Ries e.V" ausgezeichnet. Den Preis des „Vereins der Ehemaligen und Freunde des A-E-G" erhielt Johannes Lebschi aus den Händen des Vorsitzenden Wolfgang Knoll für seine exzellente Seminararbeit, in der er die "Vertreibung der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg" untersuchte.

Persönlich und im Namen der Stadt Oettingen gratulierte Bürgermeister Matti Müller den Abiturienten zu ihrem großartigen Ergebnis. "Dass das Experiment G8 nicht gescheitert ist, verdankt das Bayerische Kultusministerium allein Ihnen", stellte Müller fest und rief die Absolventen nach dem Wegfall der Wehrpflicht und des Zivildienstes auf: "Engagieren Sie sich jetzt erst recht freiwillig für ihre Heimat und unsere Gesellschaft. Was Sie für die Allgemeinheit tun, tun Sie auch für sich selbst!" Dieses Engagement soll der von ihm ausgelobte "Bürgermeisterpreis" belohnen, mit dem er diesmal Fabian Piechatschek auszeichnete, der sich in seiner Heimatgemeinde Auhausen seit vielen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr und dem Schützenverein ehrenamtlich engagiert und dort Verantwortung übernimmt.

Aus den Händen der Seminarleiter Klaus Karrer und Alois Mayr erhielten Anna-Maria Bürzle und Jonathan Rodrian den Preis des Altphilologenverbandes für ihre herausragenden Leistungen im Fach Latein.
Einen weiteren Preis, den der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, überreichte Schulleiterin Claudia Langer an Sven Hertle.

Nach einem Prelude von Georges Bizet, gespielt vom Orchester, versuchten die besten Abiturienten Jonathan und Simeon Rodrian gemeinsam in einer kurzweiligen und humorvollen Rede es "auf den Punkt zu bringen, was unseren Jahrgang ausmacht." Neben dem äußerst beachtlichen Abiturergebnis, habe vor allem die einzigartige Gemeinschaft den Jahrgang geprägt, was sich auch bei den zahlreichen Unternehmungen und Fahrten gezeigt habe. Sie habe auch geholfen, die Folgen der "über Nacht eingeführten G8-Reform" zu bewältigen. Jetzt gelte es aber, den Blick nach vorne zu richten. "Lasst uns das Beste daraus machen!"

Nach meditativen Gedanken durch Gerhard Enzelberger und Melodien aus Irland, gespielt von Theresa Ulbricht, Flöte, begleitet von Petra Hanke am Klavier, erhielten die Abiturienten unter dem Beifall der Anwesenden ihre Reifezeugnisse überreicht. Neben dem Zeugnis bekamen sie die schon traditionelle Schultüte, deren Inhalt sie immer an ihre Zeit am A-E-G erinnern wird.
Das Orchester bildete schließlich den Schlusspunkt der eindrucksvollen Feier, die dann beim Abiturball ihre Fortsetzung fand.

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