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Ein trauriger Abschiedsscherz

Abiturienten beerdigen den traditionellen "Abischerz"

Trauermusik statt fetzigem Rock, in schwarz gekleidete, mit ernsten Mienen im Pausehof wartende junge Leute statt in bunten T-shirts feiernde Abiturienten – die Schülerinnen und Schüler waren sichtlich erstaunt, hatten sie doch den üblichen „Abischerz“ erwartet als sie vor der Pause ins Freie gerufen wurden. Zumal sie in den ersten Schulstunden bereits mit willkommenen Unterbrechungen durch Sendebeiträge von "Radio Abi2010" unterhalten wurden.
Ungläubiges Staunen begleitete den Trauerzug, der sich dann vom Parkplatz aus in Marsch setzte. Hinter der Musikgruppe, die einen Trauermarsch intonierte, trugen vier Abiturienten mit starren Blicken einen in einen in ein schwarzes Tuch gehüllten und mit einer Deutschlandfahne bedeckten Sarg in den Pausehof.

"Geistliche" verschiedener Konfessionen und die restliche "leidtragende" Abiturientenschar folgte schweigend und gemessenen Schrittes durch das Spalier der restlichen Schülerschar. Auf dem unteren Pausehof wurde der Sarg dann öffentlich aufgebahrt und die Trauergemeinde konnte Abschied nehmen. Das Problem war nur, dass die meisten immer noch nicht wussten, von wem oder was!

Gleichsam Totenstille trat ein, als das Lied vom "Guten Kameraden", gespielt von Trompeter Stefan Schneider, erklang und die Abiturienten dabei die rechte Hand zum Herzen führten.

In der Ansprache durch "Pfarrer" Andreas Brendel wurde das Rätsel um den "Sarginhalt" dann endlich gelöst. Der Abiturjahrgang 2010 nahm Abschied vom "Abischerz", dem treuen Wegbegleiter von ganzen Abiturientengenerationen, der das Zeitliche gesegnet hatte und nun zu Grabe getragen wurde. Zu sehr hätten ihm die zunehmend fehlende Phantasie der Verantwortlichen Organisatoren und die immer mehr um sich greifende Interesselosigkeit des Publikums genauso wie die Reglementierungen der Obrigkeit zugesetzt, so Brendel in seiner Trauerrede, die leider auf Grund technischer bzw. akkustischer Probleme und der großen Trauerversammlung nur wenigen Trost spenden konnte.

So wie sie gekommen waren, zogen die Abiturienten dann auch wieder von dannen. Zurück blieb eine ob des Erlebten immer noch verdutzte Schülerschar, was die Diskussionen, die anschließend an vielen Stellen zu hören waren, belegen.

 

 

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