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Dreimal 1,00 gab es noch nie

91 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten am A-E-G ihre Reifezeugnisse

 

"Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ Diese Zusage Jesu  Matthäusevangelium stand über dem diesjährigen ökumenischen Gottesdienst zur Verabschiedung der Abiturienten des Albrecht-Ernst-Gymnasiums. Mit der Überreichung der Reifezeugnisse im Rahmen eines Festaktes im Barocksaal des fürstlichen Schlosses wurden die 91 Absolventen anschließend offiziell aus dem Albrecht-Ernst-Gymnasium entlassen.

Stadtpfarrer Ulrich Manz begrüßte die Absolventen und ihre Gäste in der St. Jakobskirche und stellte die Feier unter den Segen Gottes. In der von einem Team der Abiturienten selbst vorbereiteten Feier, der von den „Soulteens“ musikalisch mitgestaltet wurde, gingen die Absolventen in ihren Gedanken ausgehend von der Geschichte um David und Jonathan aus dem Alten Testament vor allem auf die Bedeutung von Freundschaft ein. „Freundschaft bedeutet, füreinander da sein, auch wenn es einem schlecht geht“, lautete einer der Gedanken, „auch wenn wir jetzt auseinander gehen, wissen wir unsere Freundschaften geborgen in der Hand Gottes“, ein anderer. Stadtpfarrer Manz und Pfarrer Sattler erteilten den Abiturienten dann den persönlichen Segen.
Als Überraschung begrüßten die Jüngsten des A-E-G die Gäste dann im prunkvollen Barocksaal des fürstlichen Schlosses. Begleitet vom Schulorchester unter Leitung von Günter Simon sangen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d das zum Anlass passende Lied „Vois sur ton chemin“ aus dem berühmten Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu.
S.D. Fürst Albrecht zu Oettingen-Spielberg begrüßte die Festgäste. Er gratulierte den Abiturienten zur Erlangung der Reifezeugnisse und gab angesichts der aktuellen Entwicklungen der Hoffnung Ausdruck, dass „Ihr engagiert und mit Freude daran mitarbeitet, ein subsidiäres Europa zu schaffen, damit es so schön bleibt wie es ist." Persönlich und im Namen des Landkreises gratulierte Landrat Stefan Rößle den erfolgreichen Absolventen: „Sie gehören zur Elite des Landkreises!“, versicherte er ihnen „Sie haben nun alle Möglichkeiten, aber die berufliche Erfolgsleiter ist keine Rolltreppe“, stellte er fest und versicherte: “Sammeln Sie Erfahrungen, aber vergessen Sie Ihre Wurzeln nicht. Wir brauchen Sie im Landkreis!“ Dem schloss sich auch der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler in seinem Grußwort an. „Sie haben am Albrecht-Ernst-Gymnasium eine hervorragende Basis erworben, die nicht nur Wissen, sondern besonders auch Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Teamfähigkeit umfasst. Diese Bildung ist von unschätzbarem Wert“, betonte Fackler und wünschte den Absolventen gute Entscheidungen auf dem spannenden Weg durch den kommenden Lebensabschnitt.

Mit dem berühmten „Allegro“ aus Vivaldis „Frühling“ leitete das Schulorchester dann zur Rede von Schulleiterin Claudia Langer über. „Sie haben mir mit Ihren herausragenden Leistungen ein wunderbares Abschiedsgeschenk gemacht“, freute sich die Schulleiterin über drei Absolventen mit der Idealnote 1.00 - ein Novum in der Schulgeschichte. Von den 91 Abiturienten erreichten stolze 85 Prozent eine Eins oder Zwei vor dem Komma. „Aber, mit dem Abitur ist – wie Sie alle wissen - das Thema ‚Lernen‘ nicht beendet. Lernen werden und dürfen Sie Ihr ganzes Leben lang. Morgen beginnt lediglich ein neues Level des Lernens“, stellte sie fest und zitierte den Historiker Sebastian Schnoy, der sagt: „Es ist unmöglich, ein Kapitel zu schließen, ohne ein neues aufzuschlagen.“ „Wichtig ist für mich“, so die Schulleiterin, „dass wir Ihnen am Albrecht-Ernst-Gymnasium nicht nur Kenntnisse, sondern die wesentlichen Werte und Fähigkeiten vermittelt haben, die Sie brauchen, um Ihr zukünftiges Leben zu meistern“, meinte Langer. Dazu sei es wichtig, dass man offen und bereit ist für Veränderungen und Problemen nicht aus dem Weg geht und sie fügte hinzu: „Haben Sie auch keine Angst davor Fehler zu machen, sondern nutzen Sie Fehler als Chance, daraus zu lernen, was sie mit dem Gedanken Epikurs, „Die Erkenntnis des Fehlers ist der Anfang des Heils“, bekräftigte. „Übernehmen Sie Verantwortung in Familie, Beruf und auch im öffentlichen Leben und vergessen Sie dabei nicht die wesentlichen Werte wie Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Toleranz.“ Mit den Wunsch, „dass Sie mit Mut, Selbstvertrauen und immer mit der entsprechenden Portion Optimismus und dem notwendigen Quäntchen Glück die richtigen Entscheidungen treffen“, und dem nach einem zufriedenen und erfüllten Leben in bester Gesundheit, echte Freunde als Wegbegleiter „und bei allem, was Sie tun, Gottes Segen!“, schloss die Schulleiterin ihre letzte Abiturrede.

Nach dem „Main Theme“ aus „Star Wars“ von John Williams, gespielt vom Schulorchester wurden zahlreiche Abiturienten für besondere Leistungen geehrt.

Den Preis des fürstlichen Hauses für das beste Abitur mit dem herausragenden Notendurschnitt von jeweils 1,00 überreichte S.D. Fürst Albrecht an die Abiturienten Ludwig Burger, Johanna Hederer und Benjamin Pfanz und gratulierte ihnen herzlich zu dieser überragenden Leistung.

Für den Elternbeirat gratulierte der Vorsitzende Manfred van Rinsum den Abiturienten und überreichte den Preis des Elternbeirates an Kai Weeber für die Note 1,10 und an Julia Schwerin, sowie Marius Lutz, beide erreichten 1.20.

Anschließend überreichte Stefan Rößle den Preis des Wirtschaftsförderverbandes Donau-Ries e.V als dessen Vorsitzender an Laura Fischer, Franziska Greiner und Verena Müller für ihre ausgezeichnete Seminararbeit, in der sie ein iBook – einen englischsprachigen Reiseführer erstellt haben.
Für die Raiffeisen-Volksbank Ries eG gratulierte der Vorstandsvorsitzende Paul W. Ritter den Abiturienten. „Denken Sie abseits der ausgetretenen Pfade, entwickeln Sie Ideen und Konzepte und setzen Sie diese um. Darauf wurden Sie am A-E-G bestens vorbereitet“, forderte er sie auf und versicherte „Lernen ist immer rentabel und Reichtum ist mehr als Geld.“  Für ihre hervorragende Seminararbeit zum Thema „Beurteilung der Wirtschaftssysteme aus christlicher Sicht“ überreichte er anschließend einen Preis an Eva Kraus.
Den Preis des „Fördervereins ehemaliger Schüler und Freunde des A-E-G" erhielten Richard Helmle und Nico Meier für ihr herausragendes Engagement beim Bau des Amphitheaters im Rahmen des P-Seminars „Schulhausgestaltung“ aus den Händen von Marco Hüttinger .Persönlich und im Namen der Stadt Oettingen gratulierte die zweite Bürgermeisterin Getrud Jaumann den Abiturienten zu ihrem großartigen Ergebnis. "Bleiben Sie neugierig, nutzen Sie die vielen Möglichkeiten, die das Leben bietet und bewahren Sie sich Ihre Flexibilität", riet sie den Absolventen. Für selbstloses Engagement und ihren beispielhaften Einsatz bei der Unterstützung von Flüchtlingskindern in Oettingen, zeichnete sie Emily Faas und Eva Kraus in Vertretung der Bürgermeisterin Petra Wagner mit dem "Bürgermeisterpreis" aus.

Für ihre überragenden Leistungen im Fach Griechisch überreichte Kursleiter Alois Mayr den Preis des Bayerischen Philologenverbandes an Johanna Hederer und Ludwig Burger. Letzterer erhielt außerdem den Preis der Elisabeth-Saal-Stiftung für seine herausragenden Leistungen im Fach Latein. Beide wurden von Günter Simon außerdem mit dem Musikpreis des A-E-G geehrt.  Den Preis des Altphilologenverbandes für ausgezeichnete Leistungen in Latein überreichte Roland Wenzel an Benjamin Pfanz. Den Preis der Deutschen Mathematikervereinigung für die besten Leistungen im Fach Mathematik übergab Ralf Klotz an Benjamin Pfanz und ehrte auch Ludwig Burger und Johanna Hederer für ebenfalls überragende Ergebnisse. Pfanz und Burger wurden von Schulleiterin Claudia Langer zusätzlich noch mit dem Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet.
Im Namen der SMV bedankten sich die Schülersprecher Saskia Kleemann, Jan-Philipp van Olfen und Vanessa Weber bei ihrer Vorgängerin Inca Heinlein, sowie bei Laura Müller und Bettina Hirle für deren herausragendes, oft langjähriges Engagement als Mitarbeiter in der SMV.

Nach dem virtuos vorgetragenen „Improptu As-Dur“ von Franz Schubert durch den  Abiturienten Ludwig Burger, begrüßte der beste Abiturient dann auch selbst seine Gäste ganz ausführlich. In einer brillanten, spritzigen, klug durchdachten Rede mit wohlgesetzten Pointen versehen, wollte er dadurch auf eine „philosophische Betrachtung des akuten Zeitmangels“ einstimmen. Wortgewandt, mit viel Ironie und Esprit stellte er dem Publikum die „Symptome des Zeitmangels“ anhand von Lehreranalysen zur Aussichtslosigkeit, den „zu behandelnden Stoff“ bewältigen zu können, vor Augen, um gleich mit weiteren Erlebnissen aus dem Schulalltag die von Lehrern durchgeführte „Ursachenforschung des Zeitmangels“ zu schildern. Schlechte Leistungen und Zeitmangel würden von Lehrern oft durch die „betza Schludrigkeit“ der Schüler begründet. Dennoch müsse festgestellt werden, dass „alle das Abitur bestanden und wir als Gemeinschaft einen großartigen Notendurchschnitt erzielt haben“, stellte Burger dem entgegen. In Anlehnung an Schillers Ballade „Die Bürgschaft“ formulierte er dann flammende Appelle: „Lasst uns ehrlich sein, lasst uns Mauern einreißen und Menschen zueinander bringen, lasst uns eintreten für Menschen, die unterdrückt werden, lasst uns dankbar sein dafür, dass wir in den Jahren am A-E-G Menschlichkeit und Gemeinschaft in einer netten Schulfamilie erleben durften“ und schloss seine bemerkenswerte Rede mit dem Dank an alle, die sie dabei begleitet haben,.

Die Stilvielfalt lateinamerikanischer Musik demonstrierten zur Freude des Publikums Johanna Hederer und Günter Simon mit dem Duett für zwei Violinen „La Cucaracha von Alexsey Igudesman.-
Anschließend erhielten die Abiturienten unter dem Beifall der Anwesenden dann ihre Reifezeugnisse überreicht. Neben dem Zeugnis bekamen sie die schon traditionelle Schultüte des Elternbeirates, deren Inhalt sie immer an ihre Zeit am A-E-G erinnern wird.

In den festlichen Rahmen der Feier passte auch der musikalische Abschluss. Mit dem berühmten „Canon“ von Johann Pachelbel setzte das Orchester einen emotionalen Schlusspunkt unter die eindrucksvolle Feier, die dann beim Abiturball ihre Fortsetzung fand.

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