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Die Polizei holen ... ist nicht immer sinnvoll!

Diese Information war ein unvorhergesehener Teil des Gesamtvorhabens Bankbetriebserkundung der Klassen 9c und 9d des Albrecht-Ernst-Gymnasiums bei der Sparkasse Donauwörth - Niederlassung Oettingen - dazu unten mehr!

Im Rahmen des Unterrichts zum Thema "Entscheidungen der Haushalte im Umgang mit Geld" wurden im Vorfeld die wichtigsten Inhalte vermittelt, so zum Beispiel die grundlegenden Geldfunktionen, das Problem von Geldfälschungen, Kriterien einer Geldanlage usw.

Den letzten Feinschliff aber verlieh erst die Bankerkundung, zu der uns Frau Kathrin Ullrich und Herr Lucas Mann im Schulungsraum der Sparkasse freundlich begrüßten. Die Klassen hatten sich mit speziellen Fragen vorbereitet. Beide Betreuer stellten zunächst einmal die Sparkassen-Organisation vor, nicht nur in Bilanzzahlen, sondern auch als regionaler Partner der gewerblichen Wirtschaft und auch als Arbeitgeber. Die wichtigsten Stationen dieser Betriebserkundung waren der Tresorraum, der SB-Bereich und ein Beratungszimmer.

Der Tresorraum dient heute wohl mehr den persönlichen Einlagen der Kunden als der Bargeldaufbewahrung. Schließfächer gibt es in verschiedenen Größen. Sie dienen z.B. der Aufbewahrung wichtiger Dokumente (Abiturzeugnis! - Versicherungsunterlagen! - KFZ-Zulassungspapiere! usw.) oder der zwischenzeitlichen Aufbewahrung von Wertgegenständen (Einbruchsserie im Landkreis Sommer/Herbst 2013). Sicherheit - eine klassische Dienstleistung der Bank vor Ort!

Als weitere wichtige Begegnung mit der Praxis bleibt uns Erinnerung, dass EC (Electronic Cash) das Bargeld zunehmend ablöst und eine große Bevorratung von Bargeld in Tresoren gar nicht mehr so notwendig ist.

Der SB-Bereich wird immer größer - die Automaten übernehmen viele Tätigkeiten, die früher Menschen oblagen: Überweisungen ausführen, Bargeld annehmen, Auszüge drucken usw.. Der Kunde kann also rund um die Uhr an 365 Tagen diesen Service in Anspruch nehmen. Allerdings treten auch immer wieder Schwierigkeiten auf, z.B. an den Geldeinzahlautomaten, die bei Fremdkörpern (z.B. versehentlich mit eingelegte Büroklammer) den Betrieb abbrechen und aufwändig gewartet werden müssen. Für die Schüler auch neu: Jeden Morgen werden alle SB-Geräte auf möglich Manipulationen untersucht, um dem sogenannten Skimming (illegale Ausspähung von Kartendaten zur Erstellung einer Kartenkopie) vorzubeugen.

Und hier im SB-Bereich zeigten sich dann auch der Hintergrund der eingangs erwähnten polizeilichen Ermittlungen: Es kommt durchaus immer wieder vor, dass sich Kunden Abhebungen von ihrem Girokonto am Geldautomaten nicht erklären können. Man könnte nun direkt bei Polizei diesen Sachverhalt anzeigen. Besser aber ist das Gespräch mit der Bank vor Ort, denn nicht selten zeigt sich bei der Betrachtung des Überwachungsvideos, dass ein "lieber" Familienangehöriger zum besagten Zeitpunkt ohne Einverständnis des Kontoinhabers am Geldausgabeautomaten tätig war! Davon muss die Polizei ja nicht unbedingt Kenntnis erlangen....

Die Beratung in Sachen Darlehen und Geldanlage ist ein Kerngeschäft der Bank (aus dem Unterricht bekannt). Wichtig dabei ist, dass diese Beratung in einem gesonderten Beratungszimmer stattfinden kann, denn viele Details solcher Kundengespräche (z.B. bei Krankheitsfällen) müssen diskret behandelt werden, um ein Vertrauen aufzubauen, das langfristig eine wichtige Geschäftsgrundlage zwischen Bank und Kunde darstellt.

Zum Abschluss im Schulungsraum: Hier konnten sich die Schulklassen zuerst einmal bei einem kleinen Imbiss entspannen und die noch verbliebenen Fragen stellen. Mit einem ordentlichen Applaus bedankten sich Schüler und Lehrkraft für die interessanten Informationen und die freundliche Bewirtung bei den Sparkassenmitarbeitern Frau Kathrin Ullrich und Herrn Lucas Mann.

 

(Herbert Neuhaus für die Fachschaft Wirtschaft/Recht am Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen)