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"Den Kritikern gehen die Argumente aus!"

StRin Linda Lutter und StD Günther Schmalisch folgten einer Einladung an die Universität Bayreuth um das pädagogische Konzept des A-E-G vorzustellen.

 

Namhafte Persönlichkeiten wie der bekannte Neurowissenschaftler Gerald Hüther gründeten 2012 die Initiative „Schule im Aufbruch“, denn es „ist an der Zeit, unsere Schulen grundlegend umzudenken. Eine globalisierte Welt, ihre hohe Veränderungsdynamik, die steigende Informationsflut und vieles mehr machen ein neues, zeitgemäßes Verständnis von Lernen und Bildung erforderlich. Dies bestätigt auch die Lern- und Entwicklungsforschung. Das Lernen in sinnvollen Zusammenhängen, erlebtes und selbstbestimmtes Lernen, Lernen mit Begeisterung, gemeinsam an etwas Bedeutsamen mitzuwirken – das macht Lernprozesse erfolgreich.“ (Quelle: http://blog.schule-im-aufbruch.de/uber-uns/schule-im-aufbruch/)

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland Regionalgruppen von „Schule im Aufbruch“, unter anderem auch an der Universität Bayreuth. Walter Wagner, Akademischer Direktor und Fachvertreter für die Didaktik der Chemie, besuchte vor einigen Monaten mit einer Studentengruppe das A-E-G und war von dem Konzept so begeistert, dass er um einen Vortrag für die Initiative „Schule im Aufbruch“ an der Universität Bayreuth bat.
StRin Linda Lutter und StD Günther Schmalisch kamen diesem Wunsch nun nach. Vor der eigentlichen Veranstaltung im Hörsaal H18 führten die beiden Referenten ein zweistündiges Gespräch in kleiner Runde mit Studenten und Vertretern verschiedener Schulen. Einige der Teilnehmer hatten das A-E-G ebenfalls schon besucht und berichteten begeistert von ihren Eindrücken vor Ort.
Anschließend begrüßte Walter Wagner im Hörsaal der Universität die zahlreichen Studenten, Lehrer und Eltern und machte deutlich, dass mit dem Erfolg des Albrecht-Ernst-Gymnasiums denjenigen Kritikern der „Argumente ausgehen“, dass ein derartiges Konzept nicht in Bayern und wenn, dann nicht an staatlichen Schulen zu verwirklichen sei.
Im ersten Teil erläuterte StD Günther Schmalisch den interessierten Zuhörern den Weg der Veränderung und des Aufbruchs, den das Oettinger Gymnasium in den letzten zehn Jahren eingeschlagen hat um den Spagat zwischen natürlichem, kind- und gehirngerechtem Lernen und dem institutionalisierten Lernen in der Schule zu überwinden. „Am besten lernt man, wenn man selbst etwas erklärt“, „man muss das unterschiedliche Lernverhalten von Jungen und Mädchen im Unterricht berücksichtigen“, „nachhaltiges Lernen ist nur durch Eigenaktivität möglich, deshalb muss der Unterricht schülerzentriert, differenziert und individualisiert gestaltet werden“, waren einige der Kernthesen seiner Ausführungen. Wie die Architektur dieses pädagogische Konzept unterstützen kann, zeigte er an den am A-E-G entstandenen Lernlandschaften auf, die mittlerweile besonders in München, immer mehr Nachahmer finden. Mit dem Zitat „Die Schule sollte kindgerecht gemacht werden und nicht die Kinder schulgerecht“ fasste er seine Ausführungen zusammen. Im zweiten Teil zeigte StRin Lutter an Beispielen die praktische Umsetzung dieses Konzeptes im Unterricht auf. Ihr Schwerpunkt lag dabei auf dem von beiden Referenten in den letzten Jahren entwickelten fächerverbindenden Konzept in der 5. Jahrgangsstufe. Der Unterricht in den Fächern Deutsch und Geographie ist größtenteils nicht nach Fächern getrennt, sondern übergreifend themen- bzw. projektorientiert organisiert, was ein vernetztes, verstehendes und damit nachhaltiges Lernen bei den Kindern fördert. Im Mittelpunkt stehen dabei ein kindgerecht formuliertes Kompetenzraster und darauf aufbauend vielfältige Arbeitsmaterialien, die nach einem bestimmten Farbsystem geordnet, ein selbstständiges Arbeiten in Teams für die Schüler ermöglicht. Besonders wichtig seien, so StRin Lutter, die Zielvorgaben der Projekte, die jeweils in Präsentationen durch die Schüler münden. Die Referentin hob vor allem auch die Vorteile, u.a. die Entlastung, die sich durch die Arbeit der Lehrer im Team ergeben, hervor.
Den Vorträgen schloss sich eine interessante Diskussion an, in der die beiden Referenten viel Zustimmung und großen Applaus für ihre Ausführungen erhielten. Zum Schluss bedankte sich Walter Wagner bei Linda Lutter und Günther Schmalisch und hoffte auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr. So lange wollten einige Zuhörer nicht warten, denn kaum zu Hause angekommen, waren schon erste Anfragen per mail in den Postfächern der beiden Referenten eingetroffen.

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