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Das Gehirn im Bauch!

Die ehemalige Abiturientin des A-E-G, Dr. Maike Bartholomae, referierte vor Schülern der Q12

Einen interessanten Einblick in ihre Arbeit an einem hochbrisanten und spannenden Thema ermöglichte die ehemalige Abiturientin des A-E-G, Dr. Maike Bartholomae, den Schülerinnen und Schülern der Q12.

Auf Einladung der Schulleitung und der Fachschaft Chemie verband sie während eines „Heimaturlaubs“ einen Besuch an ihrer früheren Schule mit einem Vortrag über ihre Arbeit. Die Wissenschaftlerin forscht an der Rijksuniversiteit Groningen zum Thema Antibiotika und Multiresidenz. Der Referentin gelang es, auch komplizierte Sachverhalte verständlich und nachvollziehbar darzustellen. So erfuhren die interessierten Zuhörer zum Beispiel, dass die 10 Billionen Körperzellen des Menschen eine Gesamtlänge ergeben, die zweieinhalb Mal um die Erde reichen würde oder, dass auf unserer Hautoberfläche so viele Bakterien leben wie Menschen auf der Erde. Besonders spannend sei die Erforschung des „Gehirns im Bauch“, denn man habe entdeckt, dass auch dort Körperzellen mit einander kommunizieren und interagieren. Als Ursache der zunehmenden Resistenzen nannte die Forscherin vor allem den großflächigen Antibiotikaeinsatz. „Man bekommt heute mit vielen Nahrungsmitteln Antibiotika gewissermaßen rezeptfrei im Supermarkt“, kritisierte sie die viel zu häufige Verwendung von Antibiotika zum Beispiel in der Tiermast.
Auch ein unsachgemäßer Gebrauch wie der völlig nutzlose Einsatz bei viralen Infektionen trage zur Verschärfung des Problems der Antibiotikaresistenzen bei.
Anschließend gab Dr. Bartholomae einen Einblick in ihren Arbeitsalltag. „Wenn ihr diesen Beruf ergreifen wollt, müsst ihr euch darauf einstellen, dass man auch mal bis 22.00 Uhr oder länger im Labor bleiben muss und nicht um 17.00 Uhr den Kugelschreiber weglegen kann.“ Überhaupt seien Einsatzbereitschaft, Begeisterung, Eigeninitiative und Teamfähigkeit schon im Studium und darüber hinaus Grundvoraussetzungen, die erwartet werden. Die Referentin gab den künftigen Abiturienten wertvolle Hinweise und Tipps für ein mögliches naturwissenschaftliches Studium und zeigte Vor- und Nachteile sowie Erwartungen und Möglichkeiten offen auf. Nach einer Fragerunde bedankte sich Dr. Bartholomae bei ihren Zuhörern mit süßen holländischen Spezialitäten und Andreas Reichenbacher, Fachbetreuer für Chemie, richtete seinen Dank im Namen aller an seine ehemalige Schülerin und wünschte ihr für ihre Arbeit auch in Zukunft viel Freude und Erfolg.

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