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"Bringt Gerechtigkeit zur Geltung!"

 

Vor wenigen Tagen wurde in einem Fernsehbericht  aufgezeigt, dass eine Firma unter dem Deckmantel des sozialen Engagements Schuhcontainer aufstellt. Gegen Vorkasse verkauft sie dann aber völlig unbrauchbares Schuhwerk nach Afrika. Wie aktuell klingen da die Worte des Propheten Amos, die Schülerinnen und Schüler aus den 6. Klassen an den Beginn der diesjährigen Passionsandacht für die Unterstufe stellten:
„Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt. … Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen. Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.“ (Amos 8, 4-6) Und der Prophet fordert auf: „Sucht das Gute und nicht das Böse und bringt Gerechtigkeit zur Geltung!“  Das Streben nach Recht und Gerechtigkeit heute stellten die Mitglieder des Vorbereitungsteams zusammen mit Religionslehrerin Anita Hönle in den Mittelpunkt der Andacht. Im Besonderen ging es ihnen um die Rechte der Kinder, die die UNO in zehn Punkten zusammengefasst hat. Dass diese Rechte bei Weitem nicht in allen Ländern beachtet werden, zeigten einige Beispiele von Kindern, die die Gruppe ihren Mitschülern in der vollbesetzten Aula vorstellte. So hörten sie von Kindern aus Ruanda, für die das Recht auf Bildung oft nur auf dem Papier steht, da die Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können. Wenn sie Glück hat, wird Sujata nicht geschlagen. Das Mädchen arbeitet unter unmenschlichen Bedingungen in einer Teppichknüpferei. Auch sie hat keine Möglichkeit, die festgelegten Rechte der Kinder einzufordern. In einem Rollenspiel präsentierten zwei Schülerinnen schließlich das Schicksal eines Straßenkindes in Südamerika. Es „wohnt“ in Hauseingängen oder Parks, ernährt sich von weggeworfenem Obst und Gemüse und muss für den „Chef“ arbeiten. Auch für dieses Kind sind Kinderrechte nur ein frommer Wunsch. Drei Schicksale, die wohl niemand in der Aula unberührt ließen. „Wir hier in Deutschland haben es vergleichsweise sehr gut“, stellten die Schülerinnen fest, um gleichzeitig deutlich zu machen, dass auch bei uns Kinder unter Gewalt leiden, nicht jeder die gleichen Bildungschancen besitzt und über zwei Millionen Kinder in unserem Land in Armut leben.
Immer wieder boten musikalische Beiträge von Michael Burger (Akkordeon) sowie von Anna und Christoph Klotz (Violine und Cello) Gelegenheit, über das Gehörte und Gesehene nachzudenken. Die Rechte von Kindern nur aufzuschreiben genügt nicht, die Erwachsenen müssen auch dafür sorgen, dass Recht und Gerechtigkeit für die Kinder auch durchgesetzt wird.
Am Schluss forderten zwei Schüler die Zuhörer dazu auf, das eigene Tun und Denken zu erforschen:
„Wie kann ich selbst in meinem Umfeld Recht strömen lassen?“
„Wie gehe ich mit den Menschen um, denen ich begegne?“
„Versuche ich sie so anzunehmen, wie sie sind und auf sie einzugehen?“
„Versuche ich ihnen das zu geben, was sie brauchen?“
„Versuche ich, ihnen wirklich gerecht zu werden?“

„Bringt Gerechtigkeit zur Geltung“, diese Jahrtausende alte Aufforderung des Propheten Amos hat leider auch heute nichts von seiner Notwendigkeit verloren, vor allem nicht, wenn es um Kinder geht. Das wurde in der Andacht ganz deutlich.

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