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Bildungsausschuss von unserem Konzept beeindruckt

Das hochrangige Gremium besuchte das A-E-G, um das pädagogische Konzept und dessen Umsetzung in den Lernlandschaften vor Ort kennen zu lernen.

 

"Das Albrecht-Ernst-Gymnasium ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man ein staatliches Gymnasium pädagogisch neu ausrichten kann", stellte Martin Güll (SPD), der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Bildung, Jugend und Sport fest. Um vor Ort zu erleben wie und ob solch ein pädagogisches Konzept funktionieren kann, hatte das gesamte Gremium seine Sitzung nach Oettingen verlegt, nachdem neben Martin Güll auch Ausschussmitglied Dr. Simone Stromayr (SPD) dies, nach einem persönlichen Besuch bereits im Herbst, empfohlen hatten. Neben den zwanzig Ausschussmitgliedern konnten Landrat Stefan Rößle, Schulleiterin Claudia Langer und ihr Stellvertreter Günther Schmalisch weitere Gäste, unter ihnen Ministerialdirigent Walter Gremm und  Ministerialrat Dr. Rolf Kussl, in den Räumen des A-E-G begrüßen. Langer und Schmalisch erläuterten den Abgeordneten aus allen fünf Landtagsfraktionen zunächst ihr pädagogisches Konzept, das schülerzentrierten, eigenverantwortlichen Unterricht in den Mittelpunkt stellt. Unterstützt wird dies von einem eigens dafür konzipierten Raumkonzept der offenen Lernlandschaften. Nach der Beantwortung zahlreicher Fragen der Gäste, begaben sich diese in die Lernlandschaften der 5. und 6. Klassen und erlebten zu ihrem Erstaunen, dass sich die Schülerinnen und Schüler vom Besuch der rund zwei Dutzend Politiker überhaupt nicht stören ließen, sondern wie selbstverständlich ihren Aufgaben nachgingen. Auf die vielen Fragen der Gäste gaben sie gerne Auskunft um sich danach gleich wieder dem Lernen zuzuwenden. "Unser Konzept greift die Erkenntnisse der verschiedenen wissenschaftlichen Forschungen auf und versucht sie in die Praxis umzusetzen. Zum erfolgreichen, nachhaltigen Lernen gehören Freude und Neugier ebenso wie das persönliche, aus seiner Lebenswirklichkeit resultierende Interesse des Kindes. Dies ist aber individuell verschieden, was im konventionellen Unterricht zu wenig Beachtung findet," betonte Langer. "Auch das unterschiedliche Lernverhalten von Jungen und Mädchen - so ist es für Jungen zum Beispiel notwendig sich bewegen zu dürfen - kann im Unterricht in den Lernlandschaften berücksichtigt werden", erläuterte Schmalisch den Besuchern, die die gelöste, aber dennoch konzentrierte Lernatmosphäre sichtlich beeindruckte. Da in den Lernlandschaften keine Türen zu finden sind, viele Wände Glaselemente enthalten, herrscht das Gefühl der Offenheit, der Transparenz. Die Schüler können sich frei bewegen und sich zum Lernen niederlassen wo und wie es für sie angenehm ist. "In diesem Konzept hat sich auch die Lehrerrolle entscheidend geändert. Der Lehrer ist nicht mehr der Belehrende, sondern der Lernberater und -begleiter der Kinder, was ein sehr positives soziales Miteinander zur Folge hat", betonte die Schulleiterin in der anschließenden zweiten Fragerunde. "Durch die Arbeit in Lehrerteams erfahren auch die Pädagogen eine spürbare Entlastung", ergänzte ihr Stellvertreter, "außerdem sei in den Lernlandschaften noch keine Stunde Unterricht ausgefallen." Landrat Stefan Rößle bestätigte, dass er selbst vom Erfolg dieses Konzepts überzeugt sei und sich auch der Kreistag einstimmig für dessen Weiterentwicklung entschieden habe. Entsprechend positiv waren auch die Stimmen verschiedener Ausschussmitglieder vor ihrer Rückreise nach München.

„Die Schülerschaft am Gymnasium werde immer gemischter“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Georg Eisenreich (CSU). Es gehöre deshalb zu den Kernaufgaben einer Schule, das individuelle Lernen, das sich jedem Kind und seinen Eigenheiten einzeln widmet, zu fördern.

„Ich glaube, dass so etwas möglich ist, wenn es vor Ort gewollt ist“, sagte Margit Wild (SPD) über das Schulkonzept.

„Man sieht, dass man viel mehr machen kann, als man denkt“, sagte Renate Will (FDP). Ihr gefalle das Konzept, bestätigte sie, doch sie wollte auch wissen, wie man es in Oettingen schafft, auch die faulen Schüler zu motivieren. Faulheit habe immer einen Grund, machte Schmalisch klar. Man müsse nur herausfinden, was mit dem Schüler los sei oder was ihn interessiert. „Lehrer fragen viel zu selten, warum ein Schüler kein Interesse zeigt.“

„Das Beispiel Oettingen macht deutlich, dass auch staatliche Schulen innovativ sein können, wenn sich Schulleitung und Sachaufwandsträger gemeinsam auf den Weg machen“, sagte Günter Felbinger (FREIE WÄHLER).

"Ich war selbst 32 Jahre Lehrer und hätte mir gewünscht, meine Schüler so unterrichten zu können. Es gibt bei der Weiterentwicklung des Gymnasiums noch viel zu tun, wir sehen aber auch gute Beispiele - wie heute in Oettingen", fasste Martin Güll seine Eindrücke zusammen.

Bilder vom Besuch Bildungsausschusses...