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Bericht aus der Red Zone

P-Seminar "Erstellen von iBooks" bei Apple in München

 

Im Rahmen des P-Seminars  "Erstellen von iBooks / Multi-Touch-Books mit der App iBooks Author -  Reiseführer englischsprachiger Länder in englischer Sprache" hatten die 14 Teilnehmer des P-Seminars mit ihrem Seminarleiter, StD Heinz, die Möglichkeit, den Verwaltungssitz der Firma Apple in München sowie einen Apple-Store zu besuchen. "Besuchen" ist allerdings in beiden Fällen ein irreführendes Verb, war der "Besuch" doch mit vielen Aktivitäten verbunden. In der Zentrale von Apple präsentierten die Schüler vor den Augen zweier Apple Vertreter aus dem Bereich Education ihre selbstgestalteten iBooks. Die Apple Vertreter waren sehr angetan von den in Kleingruppen erstellten Reiseführern in englischer Sprache, die die Schüler souverän in dem für Schulverhältnisse extrem gut ausgestatteten Besprechungsraum via AirPlay von ihren iPads präsentierten, nachdem sie vorher die Möglichkeit hatten, in einem kleinen Showroom  diverse Apple-Devices auszuprobieren, u.a. mit dem neuen iPad Pro.

Per Videokonferenz wurde dann in einer Frage- und Antwortrunde Prof. Thissen, Autor des iBooks "Mobiles Lernen in der Schule" und Lehrstuhlinhaber an der Hochschule der Medien in Stuttgart für die Fächer E-Learning, Interkulturelle Kommunikation und Kreativitätstechniken, zugeschaltet. Zur Zeit beschäftigt er sich intensiv in verschiedenen Forschungsprojekten mit dem mobilen Lernen, u.a. eben auch mit Multitouchbooks wie iBooks Author. Ausführlich ging er auf die Fragen der Schüler ein. Selbst war ihm wichtig zu erfahren, inwiefern die Perspektive, in dem Seminar etwas eigenes zu "produzieren", das nicht nur vor der Lerngruppe. einer anderen Klasse oder Klassenstufe präsentiert wird, sondern sozusagen "vor der ganzen Welt", indem das fertige Buch in den Book Store von Apple hochgeladen wird, etwas mit ihrer Motivation zu tun hatte, das Seminar zu wählen.

Nach kurzer Stärkung durch Brezen, Kaffee und Erfrischungsgetränken ging es per U-Bahn ins Qlympia-Einkaufszentrum in einen Apple Store. Aber wieder nicht als "Besucher" - sondern als Teilnehmer eines eigens für uns organisierten Workshops. Der Store Manager und der Leiter des Bereichs "Creative" nahmen sich für 2 Stunden Zeit, den Schülern die Marketing- und Verkaufsstrategie der Firma Apple im Bereich "Retail", also "Einzelhandel", zu erläutern sowie berufliche Perspektiven bei Apple anzusprechen. So erläuterten sie das Storekonzept, welches sich nicht nur äußerlich extrem von den Konzepten aller Konkurrenten unterscheidet, sprachen von  dem Bereich, in dem Apple den Kontakt zwischen Produkten, Kunden und Personal anbahnt als der "Red Zone" (die Zone im Football, wo sich das Spiel entscheidet), erläuterten die Family Zone, den Trainings- oder auch den Support-Bereich. Ein großer Unterschied zu anderen Stores ist u.a. , dass alle Kunden die Möglichkeiten haben, die gekauften Produkte sofort eingerichtet zu bekommen, eine Einführungsschulung zu erhalten. Jeden Tag finden Workshops statt, die nichts kosten, zusätzlich können gegen Honorar individuelle Trainings gebucht werden. Während wir im Store waren, wurden zufällig gerade mehrere "Senioren" an ihren Apple-Geräten geschult, in  Programme eingewiesen, Geräte wurden eingerichtet - etwas, was angesichts der Komplexität der Geräte nicht jeder Kunde selbst leisten kann.  Den Schülern fiel darüber hinaus sofort auf, wie viele Store-Mitarbeiter anwesend waren, Teil der Apple Philosophie im Einzelhandel, stets perfekten Service zu bieten. Beim Gang durch die verschiedenen Store Bereiche wurden immer wieder Mitarbeiter ins Gespräch eingebunden - die Schüler erfuhren, dass im Store in München Mitarbeiter aus vielen Ländern dieser Welt arbeiteten, wir sprachen mit einer Rumänin, einem Chilenen, einem Südafrikaner, einem Holländer, einem Tschechen und einem Franzosen - auch mal mit einem Deutschen. Viele Mitarbeiter kommen aus völlig anderen Bereichen als Technik - sehr häufig aus dem Bereich der Hotelerie. Apple geht gezielt und initiativ auf Leute zu, die aus dem großen Bereich "Service" / "Kundenorientierung" kommen, bringt ihnen vor Ort das "technische Know How" bei und versucht, jeden in ein Team zu integrieren, welches sich 100% mit der kundenorientierten Philosophie der Firma identifiziert. Die Schüler erlebten vor Ort ( und das ist auch ein Ziel des Seminars: die Berufs- und Studienorientierung), dass ein einmal eingeschlagener Weg keine Einbahnstraße ist, sondern man heutzutage mobil, offen für Neues, neugierig und immer irgendwo "Lernender" sein muss.

Der Tag war für alle Beteiligten ein Erlebnis, der Aufwand, den Apple betrieb, um die Schüler und ihre Arbeit sowie ihr Interesse wertzuschätzen, beeindruckend.  Die Idee etwa, Prof. Thissen per Videokonferenz via Face Time zuzuschalten, kam von Tobias Schnitter, einem der anwesenden Business Manger Education. Solche auf den ersten Blick "kleinen" Bausteine einer Veranstaltung sind auf den zweiten Blick die, die erst den echten "Mehrwert" bringen. Dass sich Prof. Thissen den zufälligerweise einzigen freien Termin in dieser Woche für sie Zeit genommen hat, hat bei den Schülern durchaus Eindruck hinterlassen. Insgesamt  wurden wir sowohl in der Verwaltung von Apple als auch im Store  empfangen und betreut wie sonst "Geschäftspartner"!  Auf diesem Wege "vielen Dank"!"

Abschließende Bemerkung: Für mich als begleitenden Lehrer war interessant zu beobachten, mit welcher Ernsthaftigkeit Schüler vor "echtem", externen Publikum präsentieren, wie wichtig es ist, die Arbeit von Schülern "öffentlich" zu machen und auch zu würdigen, aber auch wie wertvoll es ist, überhaupt externe Partner zu haben, die ein Projekt begleiten - nicht jeden Tag haben Schüler die Chance, "hinter die Kulissen" eines Weltkonzerns zu schauen.

Christian Heinz

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