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BELLA ITALIA

Bericht von der Abiturfahrt nach Meta di Sorrento

Am Abend des 20. Juli 2016 gegen 18.45 Uhr begann die herrlichste Woche des Schuljahres:

54 Kollegiaten des AEG sowie ihre 4 Begleitlehrer machten sich mit einem Bus auf den Weg nach Meta am Golf von Neapel, unserem Wohnort für die nächste Woche. Nach einer, für die meisten, sehr kurzen Nacht und insgesamt 18 Stunden Busfahrt, am Ende durch die schmalen, kurvenreichen Straßen von Meta, folgte für uns noch ein Fußmarsch bis zu unseren Unterkünften im Feriendorf "Bleu Village". Wie wir den restlichen Tag verbringen wollten, stand uns frei. So gingen die meisten von uns sofort ans Meer, nachdem wir in Meta, dem malerischen Ort an der Steilküste auf der Halbinsel von Sorrent, eingekauft hatten.

Bereits an diesem Abend konnten wir den romantischen Sonnenuntergang über der idyllischen Insel Capri vom Strand aus beobachten.

Nach dem ersten gemeinsamen Frühstück verbrachten wir den Freitag Vormittag am klaren Meer. Nachmittags besichtigten wir das historische Pompeji, welches 79 n. Chr. vom Vulkan Vesuv unter einer 25 m dicken Ascheschicht begraben wurde. Diese war, als 1863 mit ersten Ausgrabungen begonnen wurde, noch immer 7 m mächtig. Heutzutage ist ca. die Hälfte des antiken Pompeji wieder freigelegt und so konnten wir ein Amphitheater, ehemalige Prachtstraßen, Thermen und sogar ein Bordell besichtigen. Faszinierend waren auch die Nachbildungen von Menschenkörpern aus Gips, die durch das Ausgießen von Hohlräumen in Gestein in originaler Form und Größe imitiert sind.

Abends fuhren wir nach Sorrento mit seiner malerischen Altstadt, das im 19. Jhdt. Treffpunkt der Reichen und Schönen war. Dort gingen wir nobel essen. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel kehrten wir gegen 22.00 Uhr mit der Circumvesuviana, einer Regionalbahn der Provinz Neapel, nach Meta zurück.

Die italienische Metropole Neapel stand am Samstag auf dem Programm: Nachdem wir uns mittels einer Stadtrundfahrt einen groben Überblick über die Hafenstadt verschafft und viele Informationen von unserem Fremdenführer erhalten hatten, konnten wir das Stadtzentrum nach Belieben auf eigene Faust erkunden. Zudem war es uns möglich, nachmittags das Archäologische Nationalmuseum Neapel mit Fundstücken und mythologischen und erotischen Wandmalereien aus dem historischen Pompeji, aber auch antiken Meisterwerken der Sammlung "Farnese" zu besichtigen. Besondere Blickfänge waren das riesige originale Mosaik der Alexanderschlacht und die Hinweistafel "CAVE CANEM", welche jeder schon einmal in seinen Lateinbüchern entdeckt hatte.

Am Sonntag machten wir uns auf nach Capri: Um dorthin zu gelangen, unternahmen wir eine einstündige Bootsfahrt mit Schnellbooten. Diese Überfahrt mit den kleinen, wackligen Booten auf großen Wellen war ein einmalig schönes und aufregendes Erlebnis. Doch der Nervenkitzel hat sich gelohnt, denn der Kiesstrand von Marina Piccola auf Capri ist äußerst sauber und somit auch das Wasser sehr klar, was allerdings auch Quallen anlockt. Alles in allem war es also ein wunderschönes Erlebnis, auf Capri gewesen zu sein.

Spätestens als wir bei der Rückfahrt mit den Schnellbooten um den West- und Nordteil der Insel den schmalen Eingang zur "Grotta Verde" (Grüne Grotte) mit dem azurblauen Wasser gezeigt bekamen und wir an einigen noblen Villen vorbeifuhren, konnte jeder nachvollziehen, warum Capri als romantischste Insel Italiens bezeichnet und sogar besungen wird.

Montags brachen wir in Richtung Süden auf. An der 140.000-Einwohner-Stadt Salerno vorbei, fuhren wir nach Paestum. Die antike Stadt, welche im 7. Jhdt. v. Chr. unter dem Namen Poseidonia als griechischer Handelsstützpunkt gegründet wurde, musste um 1.000 n. Chr. wegen Malaria komplett aufgegeben werden. Im Museo Archeologico sind bedeutende historische Fundstücke, Vasen und Wandmalereien aus früheren Zeiten ausgestellt. Einen immensen Eindruck hinterließen die drei griechischen Tempel, welche relativ gut erhalten sind. Der größte davon, die archaische Basilika mit 9 Säulen an der Front- und 18 an der Längsseite, war der Schutzgöttin der Familie, Hera, geweiht, während die beiden anderen zu Ehren des Meeresgottes Neptun und der Göttin des Ackerbaus, Ceres, errichtet wurden.

Nachmittags stand es uns frei, an den wunderbaren Sandstrand zu gehen. Weit ins Meer hinaus schwimmen konnten wir allerdings nicht, da ständig die rote Flagge wehte. Alternativ konnte man zur Büffelfarm "Caseificio Barlotti" gehen. Hier gibt es die (!!!) originale berühmte Büffelmozzarella, welche natürlich von den meisten gekostet wurde. Auch weitere Produkte aus Büffelmilch konnten wir probieren. Als wir Paestum verließen, deckten sich manche sogar mit einem kleinen Vorrat an dieser leckeren Mozzarella ein.

Unser letzter Tagesausflug führte uns dienstags auf den auch heute noch aktiven Vulkan Vesuv. Der letzte Ausbruch war 1944 und wurde von den amerikanischen Soldaten, die damals dort im Einsatz waren, fotographisch festgehalten und ist auf vielen Postkarten abgedruckt.

Über die Autostrada A3 und zahlreiche Serpentinen fuhren wir mit Bussen zum höchstgelegenen Parcheggio (Parkplatz) hinauf. Von dort aus gingen wir zu Fuß weiter bis zum Kraterrand, um einen Blick in den gewaltigen Krater werfen zu können. Das atemberaubende Panorama vom Berggipfel des Vesuvs über den gesamten Golf von Neapel mit seinen unzähligen Weinbergen und der dicht besiedelten Metropolregion Neapel, wo die Städte fließend ineinander übergehen, war einmalig schön - ein Bild für Götter.

Am Mittwoch konnten wir selbst entscheiden, ob wir noch ein letztes Mal den Strand oder den Pool aufsuchen oder in den Bungalows bleiben wollten. Nach einer groben Reinigung der Unterkünfte brachen wir gegen 15.00 Uhr zur Rückreise auf.

Vorbei an Neapel, Rom, Florenz und Bologna gelangten wir bei Modena in ein Unwetter mit Starkregen, welches uns bis nach Verona und zum Gardasee begleitete. Der weitere Heimweg mit einem Busfahrerwechsel verlief reibungslos und so kamen wir donnerstags bei strahlendem Sonnenschein um 10.00 Uhr in Oettingen an. Alle waren total begeistert von dieser einmalig schönen, bezaubernden Reise und viele beschlossen, bald wieder ihren Urlaub in Italien zu verbringen.

Arrivederci  Italia, Ciao,

Joachim Abele

Bilder...