Sie sind hier: Startseite / News / Alles - nur kein Geld?

Alles - nur kein Geld?

Betriebserkundung der Klassen 9a und 9d bei der Sparkasse Oettingen

 

So könnte eine Bankbetriebserkundung im Jahr 2020 aussehen, nicht aber die der Klassen 9 a und 9 d bei der Sparkasse Donauwörth - Niederlassung Oettingen. Immerhin - Geld bekamen wir schon zu sehen und zu spüren, aber der Reihe nach:

Sehr freundlich begrüßt wurden wir von Herrn Michael Hackenberg, der uns zuerst einmal in den Tresorraum führte. Unsere Klassen staunten nicht schlecht über die umfangreichen Sicherungsmaßnahmen (Herr Hackenberg: Kein Durchkommen möglich!) und die innere Aufteilung des Tresorinnenraums. Der Tresor beherbergt vor allem Schließfächer, die Bankkunden gegen eine geringe Jahresgebühr mieten können, um z.B. wichtige Dokumente zu verwahren. Erst der Verlust solcher Dokumente macht deutlich, wie schwer beispielsweise nach zehn Jahren ein Abiturzeugnis zu beschaffen ist. Darüber hinaus eignen sich Schließfächer auch für Verwahrungen während eines Urlaubs, Auslandsaufenthaltes usw..

Nächste Station: Die Banknoten und ihre Sicherheitsmerkmale. Obwohl im Unterricht besprochen war der Vergleich der Banknoten untereinander besonders aufschlussreich: Sehbehinderte können den 5-, 10-, 20- und 50-€-Schein durch ihre unterschiedliche Größe auseinander halten, nicht aber die gleich großen 100-, 200- und 500-€-Scheine, die zu diesem Zweck unterschiedliche Griffmuster haben. Herr Hackenberg stellte fest, dass in den letzten Jahren so gut wie keine gefälschte Geldscheine in der Bank festgestellt wurden - die Sicherheitsmerkmale der Euro-Geldscheine haben sich also bewährt. Dennoch: Jeder Schüler weiß nun, dass er eine gefälschte Banknote in seinem Besitz nicht einfach wieder ausgegeben darf - dies würde strafrechtliche Ermittlungen nach sich ziehen. Vielmehr muss jeder Konsument selbst aufmerksam sein, wenn er einen Geldschein als Wechselgeld in Empfang nimmt.

Anschließend ging es für die Besucher zum Zimmer des Niederlassungsleiters: Ein typisches Beratungszimmer einer Bank, wenige Quadratmeter, ansprechend möbiliert, Bilder an der Wand, PC mit allen bankinternen Informationen - so wird der Bankkunde empfangen. Die SchülerInnen kamen schnell auf den Hintergrund: Ein Beratungsgespräch muss in einem abgeschlossenen Raum geführt werden, denn nicht selten kommen vertrauliche und persönliche Informationen zur Sprache, die der Bankkunde nicht im Servicebereich im Stehen besprechen kann und möchte. Herr Hackenberg wies darauf hin, wie wichtig eine fundierte Ausbildung bzw. ein Studium für eine wirklich qualifizierte Beratung sei. Dazu kommt die Kenntnis der Verhältnisse vor Ort. Möchte z.B. ein Kunde eine Immobilie erwerben, können die Berater der Sparkasse nicht nur über die neueste steuerliche Gesetzgebung informieren, sondern haben auch genaue Kenntnisse über das Preisniveau von Häusern und Grundstücken vor Ort.

Der SB-Bereich umfasst Geräte der neuesten Generation: Neben dem Kontoauszugsdrucker und Überweisungsautomaten ist dies vor allem der Geldausgabe- und -einzahlautomat (GAEA). Neu ist, dass die bisherigen Geldausgabeautomaten nun auch Geld annehmen können. Herr Hackenberg demonstrierte diese Eigenschaft, indem er zugunsten seines Kontos einen kleinen Geldbetrag vor den Augen der Schüler einzahlte. Der GAEA nimmt die Scheine über eine Art Schublade an, prüft sie auf Echtheit und schreibt dem Konto des Einzahlers den Betrag gut - dafür gibt es auch einen Einzahlungsbeleg. Die Banken rechnen damit, dass viele Geschäftsleute ihre Tageseinnahmen so abliefern werden und nicht mehr den Nachttresor benutzen. Der ganze SB-Bereich ist videoüberwacht. Zudem hat jeder Automat nochmals ein eigenes Überwachungs- und Speicherungssystem, so dass die Möglichkeiten krimineller "Kollegen" zunehmend eingeschränkt sind. Laut Herrn Hackenberg werden die SB-Geräte in der Niederlassung Oettingen jeden Tag zweimal auf mögliche Manipulationen hin überprüft.

Zum Abschluss durften sich die Schulklassen im Schulungsraum bei einem kleinen Imbiss entspannen, bevor Herr Hackenberg mit 2 SchülerInnen ein Anlagegespräch simulierte. Ergebnis war, dass zur Zeit eine Geldanlage für einen Zeitraum von 3 - 5 Jahren an Zinsen gerade nur die derzeitige Inflationsrate von ca. 2 % pro Jahr ausgleichen kann. Sicherlich ist es aber vernünftig, mit der eigenen Bank einmal über eine Alternative zum Sparbuch zu sprechen - so können auch junge Menschen lernen, sinnvolle Entscheidungen über ihr Geld zu treffen. Und das genau war das Rahmenthema des vorangegangenen Unterrichts.

Am Ende stellten die Schüler noch einige ihrer vorbereiteten Fragen - auch komplizierte, wie z.B. die Frage nach den Folgen für den Fall, dass ein Kunde dement wird - sicherlich kein Einzelfall in unserer Gesellschaft.

Der Fachbereich Wirtschaft und Recht bedankt sich ganz herzlich bei der Sparkasse und bei Herrn Hackenberg für die gut vorbereitete und interessant gestaltete Betriebserkundung und freut sich schon auf den nächsten Termin im neuen Schuljahr.

Herbert Neuhaus

 

Bilder...