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3,3 Tonnen schwer, meistens offen, dennoch alarmgesichert und eigentlich nur noch Nostalgie....

9. Klassen zur Betriebserkundung bei der Raiffeisenbank Oettingen

 

So (siehe Überschrift) zeigte sich uns die Tresortür der Raiffeisenbank Oettingen - nicht unbedingt überraschend, wenn man bedenkt, dass heute das Bargeld bei den täglichen Umsätzen immer mehr an Bedeutung verliert und immer mehr dem Electronic Cash weicht.

Dennoch: Ganz bedeutungslos ist ein Tresor auch heute nicht, denn er beherbergt die vielen Schließfächer der Kunden. Sie stellen ein besonderes Dienstleistungsangebot für private Haushalte dar, die wichtige Dokumente, vielleicht auch Wertgegenstände sicher verwahren wollen.

Diese Begegnung mit dem Tresorraum war die erste Station der Bankerkundung, zu der uns Bereichsleiter Herr Alexander Kotz und Marketingleiter Herr Michael Kunofsky freundlich begrüßten.

Im Zuge der Bankerkundung bekamen unsere Schülerinnen und Schüler viele praktischen Informationen. So ist der Anteil des Bargeldes in der gesamten Raiffeisen-Volksbank Ries eG mit ca. 6,4 Mio € an allen Kundengeldern mit ca. 660 Mio € sehr gering und spiegelt damit die immer größer werdende Bedeutung des Electronic Cash (siehe oben) wider - die bequeme Anwendung der Bankkarten macht es möglich. Gefälschte Geldscheine tauchen nur sehr selten auf und werden sofort bei der Hereinnahme vom Automaten separat abgelegt - die Polizei übernimmt das Weitere. Der früher hinter Panzerglas arbeitende Kassier gehört der Vergangenheit an - eine moderne Geschäftsbank erscheint eher wie ein offen zugängliches Großraumbüro.

Im SB-Bereich nehmen die Automaten eine immer größere Bedeutung ein: Ob Geldeinzahl-und -ausgabeautomat oder Kontoauszugsdrucker - auch Senioren stellen sich immer mehr auf die Erledigung von Routinegeschäften an SB-Terminals ein. Nette Randbeobachtung dabei: Einem hoch betagten Kunden half sofort eine Bankmitarbeiterin bei der Bedienung des Geldausgabe-automaten. Diese Beobachtung wirft auch die Frage auf, wie wichtig eine auf Vertrauen aufgebaute Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunden in einer alternden Gesellschaft werden kann - die so stark in den Markt drängenden Direktbanken können einen solchen Service gar nicht bieten.

Noch diskreter ging es schließlich bei Empfehlungen zur Geldanlage im Zimmer von Kundenberater Paul Wunderle zu. Unsere Schüler hatten noch vom Unterricht den Prokon-Finanzskandal in Erinnerung und wunderten sich zuerst über das derzeitig niedrige Zinsniveau auf Spareinlagen, erkannten dann aber schnell den Zusammenhang zwischen Risiko (Prokon: 8 % p.a.) und Sicherheit (Einlagensicherung bei einer Geschäftsbank mit mindestens 100.000 €). Herr Wunderle beriet einen Schüler, wie er seine geerbten 50.000 € (Simulation) am besten in der Zukunft nach Risiko-, Rentabilitäts und Liquiditätsgesichtspunkten verteilen könnte - also ein Vorgang, der für einige Schüler gar nicht allzu weit entfernt liegen dürfte.

Abschließend zeigte Herr Michael Kunofsky eine typische Überweisung im Home-Banking -Verfahren - im Gymnasium nicht machbar. Als ganz besonders sicher erkannten unsere Schüler den Chip-TAN-Generator, der aus blinkenden Lichtbalken am PC eine Transaktionsnummer (TAN) generiert, die Ganoven beim Überweisen keine Chance lässt.

Das Albrecht-Ernst-Gymnasium bedankt sich ganz herzlich für die vielen Informationen und die freundliche Bewirtung zum Abschluss der Betriebserkundung.

 

H. Neuhaus (Wirtschaft und Recht)

 

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